Der Weg ins Elfenreich

September 2010, Wien, Schönbrunn

„Die Liebe kommt ganz stü zu dir, wenn's geht dann knallts mit aner Tür“, bemerkte einst schon ein
bekannter österreichischer Liedermacher. Dass ich sehenden Auges den Untergang ertragen muss,
weil man einer Person, die im Treibsand einer totalitären und menschenverachtenden Ideologie
feststeckt, nicht helfen kann, ist eine widerliche Begleiterscheinung, die dieser laute Knall
verursachte.

Es war ein warmer Donnerstagnachmittag, als ich C. das erste Mal traf. Nichts hatte an diesem Tag
hingedeutet, dass diese Reise in eine Richtung geht, die mehr einer Hochschaubahn glich. C. war
redselig, sehr zuvorkommend, strahlte mit der Beleuchtung um die Wette und vieles mehr. Man
spürte, dass sie ein Leuchten in sich trug, das nicht von dieser Welt war. Wie ein Zauber, der
langsam zu wirken beginnt. Aber wie sollte man ein Mitglied von einer destruktiven Gruppe auch
erkennen? Am Äußeren bestimmt nicht ... denn sie war für meinen Geschmack durauchs sehr
attraktiv. Und so redeten wir beide unbeschwert und fast ohne Luft zu holen - bis wir irgendwie beim
Thema Religion angelangten. Ich wollte natürlich wissen, welcher Konfession sie angehört. C. gab
zur Antwort, dass sie der „am schnellsten wachsenden Religion“ angehöre. Was mich wiederum,
warum auch immer, auf die Zeugen Jehovas schließen ließ. C. verneinte mit der Bemerkung, dass
ihre Gruppe nicht so unbarmherzig ist, und Bluttransfusionen ablehne. Dieser Kelch ist an mir
vorüber gegangen dacht ich mir zu diesem Zeitpunkt, weil wäre es diese Gemeinschaft gewesen,
hätte es unweigerlich das Ende des Abends bedeutet. Also brachte ich die nächste
Glaubensgemeinschaft die mir so in den Sinn kam ins Spiel - die Mormonen. Auch die waren es
nicht. Und dann fiel das Wort Scientology. 

Scientology? Ich kannte nur den wirr umherhüpfenden Tom Cruise in der „Oprah Winfrey Show“, was
ich natürlich so nebenbei erwähnte. C. nahm mir gleich den Wind aus den Segeln und machte die
bösen Medien dafür verantwortlich, denen man nicht glauben darf. Damals wusste ich noch nicht,
dass das eine typische scientologische Abwehrreaktion ist (die bösen Medien, die nur Lügen
verbreiten). Natürlich war ich weiterhin neugierig und wir plauderten ein paar Minuten über dieses
Thema. C. hob besonders ein Drogenprogramm hervor, dass eine 100% Erfolgsquote aufweise.
Diese Quote kam mir damals schon mehr als unrealistisch vor, doch ich führte dies auf den
euphorischen Abend zurück. Des Weiteren packte sie einen Werbeflyer der Gruppe aus, worin es
um den Kurs „Probleme der Arbeit“ ging. Mein Forscherdrang war geweckt und ich zeigte natürlich
Interesse daran - was sollte schon passieren?  

Rückblickend betrachtet erzählte mir C. schon am ersten Abend nicht die Wahrheit über einige
Dinge. Ich möcht an dieser Stelle bewusst das Wort „Lüge“ vermeiden, weil es ihrer Realität
entspricht. Scientology ist nicht die „am schnellsten wachsende Religion“. Vielmehr schrumpft die
Gruppe. Auch die Millionen von Anhängern gibt es nicht - die Zahl bewegt sich unter Vierzigtausend.
Dieses erwähnte Programm ist Narconon, eine „soziale Verbesserungsgruppe“ der Organisation im
Bereich Drogenentzug, die mit 70-80%iger Erfolgsquote wirbt. Legitime Einrichtungen erzielen auf
längere Sicht maximal eine Erfolgsquote von 20-25 Prozent. In den USA standen und stehen diese
Einrichtungen unter schwerem Beschuss. Eine Klageflut von Angehörigen hat eingesetzt, nachdem
es eine Reihe von Todesopfer zu beklagen gab; zusätzlich wurde schon eine Einrichtung von den
Behörden geschlossen. Lebensrettende Bluttransfusionen zu verweigern ist in der Tat unbarmherzig.
Aber mindestens genauso menschenverachtend ist es, Krebspatienten zum Chiropraktiker zu
schicken, Krankheiten mit Vitaminen heilen zu wollen oder eine angemessene medizinische
Behandlung abzulehnen weil es einem eingeredet wird - genau diese Praktiken macht Scientology.
All diese Dinge können ganz einfach im Internet nachrecherchiert werden.
Mein Jahr mit einer Scientologin
Mit flammendem Herz



Fast ein Jahr dauerte unsere Beziehung. Ich habe all meine Herzenswärme aufgebracht, um ihr Vertrauen, Güte und Geborgenheit zu vermitteln. Ich hab das Wichtigste und Vornehmste einer Frau entgegengebracht, was ein Mann im Leben tun konnte - zu lieben.

Sie hingegen wollte nach der Scientology-Lehre die „Brücke zur völligen Freiheit“ hochgehen. Mit einem zunehmend für die Aufklärung eintretenden, und damit verbundenen kritischen Menschen, war das für sie nicht möglich. Demzufolge hatte Sie sich von mir als Ihren Feind zu trennen.
PAPERMOON in concert
Alle sieben Wellen

Einige Wochen später fuhren wir samstags zum Seminar „Probleme der Arbeit“. Auf der Anreise mit
dem Auto machen wir den OCA-Persönlichkeitstest. Genauer gesagt, ich mache ihn, denn C. hat ihn
schon im Vorfeld ausgefüllt. OCA steht für Oxford Capacity Analysis, hat aber mit der suggerierten
Oxford University überhaupt nichts zu tun. 200 Fragen müssen hier mit Ja/unsicher/Nein beantwortet
werden. Eine kleine Kostprobe daraus: Ist Ihr Leben ein ständiger Kampf ums Überleben? Neigen Sie
dazu, eifersüchtig zu sein? Sind Sie ein langsamer Esser? Fühlen Sie sich oft deprimiert? Kauen Sie
an Ihren Fingernägeln oder auf Ihrem Stift herum? Würden Sie ein zehn Jahre altes Kind körperlich
züchtigen, wenn es sich weigerte, Ihnen zu gehorchen? Würde es Ihnen eindeutig Mühe machen,
über Selbstmord nachzudenken?

Bei manchen dieser 200 Fragen konnte ich mir das Lachen nicht verhalten. Warum will man solche,
teilweise sehr persönliche Dinge wissen? Wir betraten die Organisation in der Capistrangasse. Wie
stellt sich eine destruktive Gruppe nach außen dar? Der Empfang war herzlich und warm (typisch
künstliches Lächeln), keine Spur in einem Vorhof des Verderbens zu sein. Aber wie sollte es auch
sein, wenn man etwas verkaufen möchte? C. führt mich damals etwas rum, alles sauber und
ordentlich. Vermittelte eher die Aura eines Büros, als der einer religiösen Gruppe. Schien nicht viel
los zu sein, denn im verlassenen Untergeschoss macht C. das Licht an; hatte eher etwas von einer
Kantine - nur eben verweist. Wir gingen wieder nach oben und vorbei an einem Auditing-Raum. C.
fragte mich, ob ich mal probieren wolle. Nein! ... noch ehe sie die Frage zu Ende gestellt hatte. Diese
Blechdosen kamen mir mehr als nur befremdlich vor. Der Kurs startete mit vier Teilnehmern, die sich
eingefunden hatten. Außer C. und mir, war noch ein junges Mädchen und eine ältere Frau (würde so
45 schätzen) dabei. Vieles wurde von der sehr glücklich wirkenden Kursleiterin in kurzen DVD-
Ausschnitten gezeigt, dann wurde wieder etwas vom Buch durchgenommen und auch
Praxisbeispiele mit dem Partner. Eine Pause, Stärkung stand am Tisch. Käse, Gebäck. Mein Handy
läutete. Ein Freund reif an, und wollte wissen ob ich zu einer Rotweinverkostung mitfahre. Erklärte
ihm, dass ich unpässlich bin. Wollte ihm nicht gerade sagen wo ich mich zurzeit befinde. Nach ca.
drei Stunden fand der Kurs sein Ende. Wir bekamen alle ein Zertifikat überreicht und dann ein
Gruppenfoto. Einige Dinge im Kurs erschienen recht logisch, anderes war für mich nur wirres Zeug.
Dann ging es noch zur Auswertung des OCA-Tests. Saß dem Registrar gegenüber. Eine Kurve war
im Keller. Hier könnte man Abhilfe schaffen erklärte er freundlich. Ich lehte dankend, aber doch
bestimmt ab. Er holte ein weiteres Blatt hervor, wo diverse Seminare für verschiedene Bereiche
abgebildet waren. Ich sah mir das kurz an, und sagte wieder - Nein, Danke. Hatte mich im Vorfeld
bereits etwas informiert, kannte somit diese Taktik und wusste, dass es auch bei mir ein „Problem“
geben würde. Wir plauderten noch kurz über Belangloses. Ob er ein schlechter Verkäufer war, oder
ob er mich mit nicht verschrecken wollte, immerhin bestand ja durch C. weiterhin die Möglichkeit
mich hineinzuziehen, weiß ich nicht. Jedenfalls gab er recht schnell auf. Mein Schutzschild,
bestehend aus Wissensvorsprung und einer gesunden Portion kritischen Denken, hatte nicht mal
einen Kratzer abbekommen.

Aus der distanzierten Beobachtung sind diese Einsteigerkurse eine Falle - schlicht und einfach. Eine
gut getarnte Falle, um die Krallen in das Opfer (mich) zu bekommen. Es ist nicht so, dass manche
dieser Dinge nicht funktionieren würden. Nein, aber man bekommt diese Kurse bei vielen anderen
Weiterbildungsinstituten weitaus effektiver, billiger, und vor allem viel gefahrloser. Wer weiß
heutzutage schon alles? Es gibt immer Neues zu erfahren, das die Persönlichkeit weiter bildet, auch
wenn es noch so klein ist. Und diese kleinen, neuen Informationen können bei einer suchenden, nicht
kritischen, womöglich noch mit wenig Selbstvertrauen ausgestatten Person reichen, um sie
hineinzuziehen.

Dass ich sofort nach Ende des Kurses zu einem Verkäufer geroutet wurde, macht das System noch
mehr perfider. Ohne den Kurs mal sacken zu lassen, eine Nacht darüber schlafen und sich Dinge in
Erinnerung zu rufen, geht es gleich weiter zum nächsten Terminal um einen weiteren Kurs zu
fixieren. Das realisieren folgte drei Tage später.

Das der Kurs auch für C. keine ihrer Probleme in der Arbeit löste, gab sich mir wenige Monate später
zu erkennen. C. weinte in ihrer Arbeit, das sagte sie mir mal an einem Abend. Tränen sind für mich
keine Schwäche, sondern eher ein Hilferuf. Nichtsdestotrotz beharrte C. darauf, dass dieser Kurs ihr
geholfen hätte!

Am darauf folgenden Montag war mein Forscherdrang so richtig geweckt. Dieses Mal war die
Recherche über die Gruppe etwas intensiver. Auch das Buch vom Samstag blätterte ich nochmals
durch. Introvertierte Menschen sind nicht glücklich? Ich bin auch manchmal still und handle mit
Bedacht. Aber das ich deswegen unglücklich bin, wäre mir neu. Was folgte war, dass die
Kursunterlagen samt Zertifikat in der Papiertonne ihre letzte Ruhe fanden und ich C. ein bitterböses
Mail schrieb. Daraus resultierte einen weiteren Tag später der erste Riesenkrach.

Xenu? Hab ich noch nie gehört - wer oder was soll das sein? Das war die Antwort als ich sie zum
ersten Mal mit einem zentralen Glaubensinhalt ihrer Gemeinschaft konfrontierte. Damals war mir nur
der Name dieses galaktischen Herrschers bekannt, weil ich ihn im Internet gefunden hab. Heute ist
mir das „geheime“ OT3 Material bekannt, mitsamt der abstrusen Science Fiction-Lehre.

Das zarte Pflänzchen der Beziehung droht schon nach wenigen Wochen einzuknicken. C. hat auf
der Donauinsel wie eine Löwin für diese Beziehung gekämpft, und auch ich wollte nicht so einfach
aufgeben. Schlussendlich haben sich die Wogen geglättet - vorläufig.
Märchenprinzessin

Wir gingen mexikanisch Essen, denn ich wollte sie voller Stolz unbedingt sehr guten Freunden
vorstellen. Zuvor trafen wir beide uns noch im Stadtpark, um über das Vorhaben „gemeinsame
Wohnung“ zu plaudern, denn C. lebte zu dieser Zeit bei einer Freundin. Ich habe die Stunden zuvor
überlegt, wie wir das wohl anstellen sollen und dachte mir, wenn jeder von uns ein paar Tausend
Euro investiere, dann hätten wir eine nette Mietwohnung mit eigenen Möbeln. Meine Idee erzählte ich
natürlich auch C. die hier erstmals sehr zaghaft Farbe bekennen musste. Ihre Antwort fiel mit „Ich
hab nicht so viel Geld“ sehr leise aus. „Aber du hast doch in England gearbeitet“, wurde von mir
entgegnet. „Wie kann das sein?“ Außerdem dachte ich mir, ohne es zu erwähnen, dass man mit fast
30 Jahren doch schon einige Arbeitsjahre hinter sich hat. C. wich der Antwort aus und fragte mich, ob
Geld wirklich so wichtig wäre. Ich beließ es dazumal weiter zu bohren. Später als sich die Puzzleteile
zusammenfügten wusste ich welche „Arbeit“ es war, und was mit „an der Rezeption“ gemeint war.  

Bis an einem Montagmorgen, wo sie ihre Bankomatkarte auf den Tisch legte. Auf der stand nicht
eine geläufige Bank, sondern „Die Zweite Sparkasse“. Da ich längere Zeit selbst in einer Bank
gearbeitet hatte, wusste ich sofort dass hier etwas gewaltig nicht stimmt. Aber noch wusste ich an
diesem frühen Morgen nicht was. In meiner Arbeit tippte ich die unheilvollen Buchstaben in eine
Suchmaschine - eine Sozialbank. Geldgeschäfte für Personen, die wegen Bonitätsverlust über kein
Konto mehr verfügen. Oder im Klartext. Privatkonkurs. Was nun?

Ich schrieb ihr das natürlich, sobald ich mich vom ersten Schock erholt hatte, per Mail. Die
abendliche Aussprache verlief interessanterweise ziemlich ruhig. Ja, sie hatte Schulden, die sie nun
monatlich abbezahle. „Wie hoch sie wären?“ … da musste ich zwei Mal fragen. Ihre Antwort war
wieder sehr zögerlich, aber dennoch nannte C. mir einen Betrag … so gegen 5.000 Euro. Mir fiel ein
Stein vom Herzen, über den für mich doch sehr überschaubaren Betrag - ich hatte mit dem
Schlimmsten gerechnet. Aber das es tatsächlich so war, wurde mir erst viel, viel später bewusst.
Wie es dazu kommen konnte war meine Frage. Die Antwort, die ich hier nicht preisgeben werde,
klang sehr plausibel und stand mit den 5.000 durchaus im Einklang. Warum hat C. mir das nicht viel
früher gesagt? Sie hatte wohl Angst mich zu verlieren.

Wochen nachdem die Beziehung weggefegt war, wurde mir das Ausmaß dieser regelrechten
Tragödie bewusst. Die damaligen fünftausend Euro waren nur eine Ausgleichsquote für die
Gläubiger. Die tatsächliche Schuldenlast belief sich im mittleren Zehntausenderbereich, und damit
war die falsche Behauptung enttarnt. Die Erklärung, wie das geschehen konnte, passte nicht mehr.
Eine blanke Lüge, weil sie sich, oder etwas schützen wollen. Noch dazu musste ich erkennen, dass
C. in sehr jungen Jahren (um die Zwanzig) 5.000,00 US-Dollar für die IAS (International Association
of Scientologists) gespendet hat. "Sponsor" für die totale Freiheit ...

Wahrheit und Zeit arbeiten immer zusammen und Lügen sind eine kleine Festung. In dieser Festung
kannst du dich sicher und mächtig fühlen. Mithilfe dieser Lügen organisierst du dein Leben und
manipulierst deine Mitmenschen. Massive Geldprobleme, Schulden und Privatkonkurse - in
Scientology sind sie die Regel, nicht die Ausnahme. Dazu muss man nur die Namen der Anhänger
kennen und man wird schnell in der Ediktsdatei fündig. Schwer zu glauben, aber C. war in ihrem
erweiterten Familienkreis nicht die einzige mit einem Privatkonkurs.
Die Frau in der Kirche

Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass alles nur schlecht war. Es gab viele, sehr viele
wunderbare Momente mit C. Diese Galerie von C. die ich in meinem Herzen trage, reichen für zwei
Leben.

Der Advent hielt Einzug und somit die Zeit der Stille - doch bei uns wurde es mit jeder neue
entzündeten Kerze stürmischer. Wir fuhren an einem Wochenende in den Westen Österreichs zu
ihrem Großvater. Alles war in Ordnung, bis ich kurz vor der Abfahrt einen nicht zu überhörenden
Streit, ich war nebenan im Wohnzimmer, zwischen C. und ihrem Großvater mitbekommen habe.
Worüber die beiden zusammenkrachten ist nicht schwer zu erraten. Ihr Opa, meiner Einschätzung
nach ein sehr fleißiger und aufrichtiger Mann, war die Beteiligung von C. an Scientology mehr als nur
ein Auge im Dorn. Ihr Aufenthalt in England wurde von ihm auch sehr kontroversiell gesehen.
Rückblickend würde ich folgendes Bild sehen. Seine beiden Töchter (darunter die Mutter von C.)
haben ein wirklich wunderschönes altes Bauernhaus in bester Stadtlage verkauft, um das Geld
Scientology in den Rachen zu werfen. Ob es tatsächlich so ist kann ich nicht mit 100%iger Sicherheit
behaupten, doch es spricht sehr vieles dafür. Für einen gutherzigen, christlichen Menschen, der
bestimmt viel Herzblut in dieses Haus gesteckt hat, bestimmt unfassbar. Der Schmerz in seinem
Gesicht war wie ein Dolch in seinem Herzen.

Die Heimfahrt, als C. mir offenbarte das sie einen Reinigungsprogramm machen wollte, entwickelte
sich zu einer echten Herausforderung. Über Stunden ein Riesenkrach, eingesperrt in einem Auto,
ohne Chance zu entkommen. Ich ließ mir zuerst die Eckdaten dieses „Programms“ von ihr geben.
Bewegung (Laufen), Sauna, Vitamine, 2.000 Euro. Das erste Wort das mir in den Sinn kam, sprach
ich aus: Betrug! Kurz vor Wien wollt C., dass ich sie irgendwo an einer Raststätte absetze - sie
würde mit dem Zug zu ihrer Freundin nach Wien fahren. Gegen ihren Willen hab ich das nicht getan.
Kann ich jemand in der „Wildnis“ aussetzen? Nein! Zu Hause angekommen herrschte nur betretenes
Schweigen. Zu dieser Zeit wohnten wir in meinem Elternhaus. Eine gemeinsame Wohnung war nicht
zustande gekommen.

Natürlich wollte ich mehr über dieses Reinigungsprogramm in Erfahrung bringen und machte mich
auf die Recherche. Der „Purification Rundown“ - selten hab ich etwas Unwissenschaftlicheres
gelesen. Durch Laufen sollen Schadstoffe, gespeichert in Fettzellen, gelöst werden und anschließend
in der Sauna (3-5 Stunden!) ausgeschwitzt werden. Im Anschluss gibt es noch jede Menge hoch
dosierte Vitamine und Öle. Als jemand, der mit Leistungsdiagnostik vertraut ist, kann ich nur den
Kopf schütteln. Wie schnell muss man Laufen um diese „Schadstoffe“ in Bewegung zu bringen? Da
jeder Körper unterschiedlich ist, und manche Menschen sehr schnell und manche nur sehr langsam
laufen können, bei wie viel mmol/l Laktat? Solch eine Referenz ist nirgends zu finden. Es kam noch
hinzu, dass C. niemals Laufen würde. Sie meinte, dann gehe ich halt schneller …

Systematisch wird Tag für Tag, dieses Programm erstreckt sich täglich über mind. 3 Wochen, die
Vitaminzufuhr erhöht. Beim Niacin (Vitamin B3) lief mir kalter Schauer über den Rücken. Täglicher
Bedarf rund 15-20 mg. Überdosis bei rund 1500 - 3000 mg pro Tag. Beim „Purif“, die Abkürzung für
das Reinigungsprogramm, geht die tägliche Dosis gegen Ende auf 5.000 mg! Überdosierung kann zu
Hautausschlägen, Erbrechen bis hin  zu Leberschäden verursachen. Wie können Menschen sich
freiwillig solch einer Gefahr aussetzen? Ich würde niemals zulassen, dass jemand der mir nahe
steht, sich solch einer Prozedur unterzieht. Da ich mit meiner Meinung nicht allein sein wollte,
eröffnete ich in einem Laufforum einen Thread darüber. Ich pries dieses Programm als sportlich
wertvoll an, gab alle Daten bekannt und das ich es machen werden. Das Scientology dahinter steckt
hab ich natürlich ausgespart. Die erste Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Betrug! Viele weitere
sollten folgen. Man wollte mich entmündigen, trieb Späße auf meine Kosten und vieles mehr. Es
dauerte nicht lange, dann kam die Community drauf, dass Scientology dahinter steckt. Der Tonfall
wurde sofort rauer, ich sollte mir sofort  psychische Hilfe suchen. Ich druckte diese Meinungen aus
(10 bis 12 volle A4-Seiten), und wollte das C. mal erfährt, was die Welt da draußen von diesem
Reinigungsprogramm hält. C. war das völlig egal, sie hat es mit keinem Blick gewürdigt.

C. konnte mir ihre „Religion“ nicht mehr weiter erklären, so fuhren wir zu einem Termin mit einem
länger gedienten Scientologen. Viel später sollte ich erkennen, dass es sich um das Scio, einer Art
Scientology-Außenposten, handelte und dass mein Gegenüber ein OT8 war. O. wirkte sehr
menschlich, nicht wie jemand der besondere Fähigkeiten besäße. Ich hatte mir Fragen
aufgeschrieben, die ich stellen wollte, um mehr von Scientology zu erfahren. Ich fragte unter anderem
über die stille Geburt, über Stalking, über das, dass Scientology die Menschen einheitlich macht. O.
war sehr freundlich und beantwortete meine Fragen recht ausführlich. Heute betrachtet war es für
mich Verharmlosung und Schönreden. Meine Frage, warum Scientology Menschen terrorisiere,
wurde mit der Antwort weggewischt, dass ein Autohändler auch seine Kunden anrufe, ob alles mit
ihren Auto in Ordnung ist. Zunehmend wurde O. aber etwas ungehaltener, er fühlte sich wie in einem
Verhör. Ja, das war es irgendwie auch, dass tut mir heute mit meiner Sicht auch leid. „Scientology
helfe mentale Blockaden bei Sportlern zu lösen, wenn immer wieder nur eine Nuance zum Sieg
fehlt", führte O. aus. Zynisch betrachtet, muss ich jetzt sagen, ich kenne keinen Weltklasseathleten
der sich zu Scientology bekennt. Als wir zum Thema Reinigungsprogramm kamen, lief das Fass
über. Ich warf ein, dass hochdosiertes Niacin die Leber schädige. O. sah das natürlich ganz anders,
und verwies auf sich selbst - alles gesund. Als ich sagte, dass kein Arzt ohne medizinische Indikation
hochdosierte Vitamine verschreibe, und von O. nur die lapidare Antwort „Vitamine sind doch gesund“
kam, stand ich auf, holte meine Jacke vom Kleiderständer und machte die Türe ohne ein weiteres
Wort zu verlieren von außen zu. C. die zu anfangs noch neben mir gesessen ist, stand quatschend
mit einer Person auf einer Art Terrasse vor der Tür. Ich ging einfach weiter zu meinem Auto. C. kam
wenige Minuten später. Heimfahrt. Es schneite ruhig und unbeschwert, doch in mir kochte es.

Weihnachten. Wie feiern Scientologen Weihnachten? Eigentlich nicht wirklich anders als die meisten
Menschen. Schon zu Mittag fuhren wir zu der Mutter von C. und ihrem Freund. Die neubezogene
Wohnung der Beiden, in bester Hetzendorfer Lage, war surreal. Wie konnten die beiden das
finanzieren? C. konnte ich nicht fragen, die hatte von Finanzen keine Ahnung. Das beide nur wenige
Monate darin wohnten war absehbar, zumal der Freund ihrer Mutter, wie ich später erkannt habe,
zahlungsunfähig war. Geschenke, Christbaum, die Weihnachtsgeschichte & Ron (Hubbard) wurde
für die wundervolle „Technologie“ gedankt.

Für mich eine Doppelmoral, da ja nach Hubbards Lehren alle Religion Implantate seien ...der Mann
am Kreuz. Es gab keinen Christus (R6 Implantat) ... Kein Christus, bedeutet auch kein Weihnachten.
Scheint aber Scientologen wenig zu stören, wobei ich glaube, es dürfte nicht bekannt sein bzw. dass
diese „Wahrheit“ teuer zu erkaufen ist. Andererseits fand ich es befremdlich, wie man eine
„Technologie“ anpreisen kann, die bei einem selbst nicht funktioniert. Die Mutter von C. hat mir bei
einem der wenigen Zusammentreffen erklärt, Scientology könne jede Ehe retten. Zum Unterschied
zu diesen nutzlosen, teuren Paartherapien. Dass sie selbst schon 2x geschieden ist, dürfte wohl
nicht so wichtig sein. Sekten können niemals halten was sie versprechen.

Drei Tage später war der Weihnachtsfrieden aber schon wieder vorbei. C. wollte eine Aussprache mit
mir bei ihre Mutter und dessen Freund. Dieses Mal saß ich auf der Anklagebank. Und drei
Scientologen mir gegenüber, wobei C. nur eine Statisten war. R., der Freund ihrer Mutter war
tonangebend, und es wurde versucht, mich „handzuhaben“. Mission Impossible! „Wir sind die
ethischten Menschen auf diesem Planeten; bei uns ist es ausgeschlossen das so etwas wie
Kindesmissbrauch (Anspielung auf die katholische Kirche) vorkommt", posaunte R. und erntete 2
zustimmende Blicke. Dazu muss man wissen, dass scientologische Ethik überhaupt nichts mit der
Ethik zu tun hat, wie sie ein normaler Mensch versteht. Scientologische Ethik ist ein redefiniertes
Wort und besteht unter darin, Gegenabsichten zu entfernen oder für „das größte Wohl“ von
Scientology zu sorgen. Darum ist es zum Beispiel für einen Scientologen nicht verwerflich Aussteiger
mit Anrufen zu bombardieren, um sie in die Gruppe zurückzuholen, weil es der Gruppe von Nutzen
ist.

„Auch gäbe es keine Homosexualität“, insistiere R. und brachte noch weiter Beispiele hervor. Die
Mutter von C. versuchte einen Keil zwischen uns beide zu treiben, indem sie uns distanzierte Nähe
unterstelle. Ich hab ihr aber diese hinterlistige Behauptung sofort abgewürgt. Der „Purif“ war sowieso
ein Allheilmittel für R., und würde dem Gesundheitssystem unglaublich viel Geld bei dessen
Einführung ersparen. Der Vergleich mit Ignaz Semmelweis wurde gezogen, der erkannte, dass man
das gefährliche Kindbettfieber durch verbesserte Hygiene bekämpfen kann und somit viele
Kinderleben retten konnte. So konnte auch der „Purif“ die Geisel Krankheit ausrotten. Ich dachte nur,
die sind krank - total krank so etwas zu glauben. Ich ließ natürlich durchblicken, dass der „Purif“
genauso sinnvoll ist, wie eine Chemotherapie bei Schnupfen. Durch meine kritische Haltung
resultierte Hausverbot. Ich hatte es tatsächlich geschafft, nach nur 3-4 Begegnungen mir Hausverbot
einzuhandeln. In weiterer Folge brach auch, durch mich, der Kontakt zwischen C. und ihrer Mutter
ab. Aber C. konnte das nicht erkennen.
Psyche und Pan: Seelen aneinanderbinden

In den ersten Monaten des neuen Jahres traten immer mehr Sekten typische Verhaltensmuster an
die Oberfläche. Ihre Verachtung von homosexuellen Menschen, ihr greifbarer Hass gegenüber
Psychiater. Habe C. damals als Test gefragt, was wäre, wenn mein Vater Psychiater wäre. Ihre
Miene verzog sich zu einem starren Blick, und die Antwort war: „Dann hätte ich dich niemals kennen
gelernt!“ Wir gingen mit einer Freundin von C. orientalisch Essen. Ich erwähnte einfach nur zum
Smalltalk, dass sich heute die Challenger-Katastrophe zum 25. Mal jähre. C. warf mir einen bösen
Blick zu, ich solle nichts Negatives sagen. Mit Sicherheit hatte C. keine Ahnung was oder wer
„Challenger“ ist. Sie bemerkte schon Wochen zuvor mir gegenüber, ich sollte keine Nachrichten
lesen, die würden nur eine Beziehung zerstören. Es ging eigentlich soweit, dass C. lieber im Stau
stand, als den Nachrichtenblock und den damit im Anschluss verbunden Verkehrsmeldungen zu
hören. Selbst 48 Stunden später, als die ganze Welt bei der Nuklearkatastrophe von Fukushima den
Atem anhielt, wusste C. nicht den Hauch darüber.

Auch dass Rainhard Fendrich, ein österreichischer Sänger den C. gerne hörte, seinen
Drogenkonsum bestätigt hat, wollte sie nicht akzeptieren. Ebenso wenig wie das Ian McKellen
(Gandalf-Darsteller in Herr der Ringe) ein Homosexueller ist, deren Rechte er aktiv unterstützt. Beide
Tatsachen, die sie bis zu dem Zeitpunkt nicht kannte, bis ich es ihr so nebenbei erzählt hab, sind für
C. eine Lüge - auch wenn beide Personen es auf ihren persönlichen Webseiten veröffentlicht haben.
Es passt einfach nicht in ihr konsequent geschlossenes und abgeschottetes Weltbild. Besser
ausgedrückt, in das von Scientology auferlegte Weltbild. C. kann diese Fakten weder erfassen, noch
verarbeiten. Scientology hat regelrecht eine Firewall um sie errichtet, die jede negative und kritische
Information abblockt.

Wir trafen uns eines Tages beim Thalia auf der Landstraße. Da ich etwas früher dran war,
schlenderte ich durch die Abteilungen und blieb beim Thema Religion hängen. Zufällig fand ich ein
Buch von Ursula Caberta. Welches ihrer Bücher es war, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls blätterte ich
darin kurz, und ehe ich mich umdrehen konnte, stand C. vor mir. Stundenlanger Krach! Dürfen
Menschen bestimmte Bücher nicht lesen? Wurde es ihnen verboten? Haben sie Angst davor?
Fragen die mir damals so nach und nach gekommen sind. Ich hab keine Mutlosigkeit „Schwarzbuch
Kirche“ zu lesen und untersagt wurde es mir auch - ich hätte C. sogar bestärkt dieses Buch zu lesen.
Es ging sogar soweit, dass C. mir ein Verbot gab, Scientology im Internet nachzuschlagen, indem ich
ihr versprechen musste, es nicht zu tun. Ihr Versuch Informationskontrolle zu betreiben, funktionierte
bei mir nicht.

Eine weitere große Aufgabe stellten Gesellschaftsspiele dar. Ich habe schon mit vielen Menschen
gespielt und einige waren schlechte Verlierer bzw. konnten einfach nicht verlieren, doch C. stellte
alles weit in den Schatten. Zwei hintereinander verlorene Spiele, bedeuteten eine Kriegserklärung mir
gegenüber. Der Haussegen hängte nicht nur schief, er baumelte am Abgrund. Niemals zuvor erlebte
ich solch eine Verbissenheit bei etwas das Spaß machen soll. Rückblickend betrachtet, muss es für
jemanden, dem eine Elitementalität indoktriniert wurde, sehr schwer sein, Niederlagen hinzunehmen.
Noch dazu von einem  Menschen, aufgewachsen in der tiefsten ländlichen Provinz.

Wenn ich heute zurückdenke, war auch ihr Humor einseitig. Über sich selbst lachen war nicht
möglich. Selbst ich durfte mich nicht durch den Kakao ziehen. C. sagte mir an einem Abend, ihr IQ
wäre bei 135. Ich hielt spaßig dagegen und erwiderte, dass meiner knapp über Zimmertemperatur
liege. Das kam nicht gut an, man durfte sich nicht selber runter machen. Auch einen Kurs über
„Integrität“ wollte sie damals bei Scientology machen, an der es ihr fehle. Wie kann man nur so wenig
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben, um so etwas von sich selbst zu glauben, oder sich
aufschwatzen zu lassen? Sie verglich einmal Scientology mit dem Bio-Gedanken. Der wurde auch
zu Anfangs bekämpft (sie gab mir einen Artikel darüber) sagte sie, alles Gute wird zuerst bekämpft.

Zunehmend wurde ich auch auf ihre Vitamine aufmerksam. Wie kann eine junge, gesunde Frau so
viele künstliche Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen? Ich versuchte mit Smoothies
entgegenzusteuern - jeden Tag mit frischem Obst zugebreitet. Leider vergebens. Dass künstliche
Vitamine krank machen können, interessiert C. nicht. Genauso wenig wie ihr Hautausschlag vom
Niacin (Vitamin B3). In diesem Zusammenhang, und da Scientology so Statistik besessen ist, von
mir etwas: Meine Krankheitstage in der ganzen Zeit (ohne irgendein Nahrungsergänzungsmittel
jemals zu mir genommen zu haben): 0/Monat. Ihre Krankheitstage waren drei bis vier pro Monat.
Wenn man etwas tiefer gräbt, wird man erkennen, dass sehr viele Scientology-Mitglieder krank sind,
eine unnatürlich hohe Krebsrate haben und eine ganze Reihe viel zu früh stirbt.

Dass Scientologen mit ihren haufenweise gekauften Vitaminen die Pharmaindustrie beglücken,
gegen die sie vorgeblich „kämpfen“, scheint unbekannt zu sein oder nicht weiter
hinterfragungswürdig. Dementsprechend hat C. so gut wie nie Medikamente zu sich genommen. Als
Rechtfertigung hielt immer her, dass diese Pillen ihren Geist vernebeln. Bei Kopfschmerzen hielten
homöopathische Globuli her, deren Effekt erst nach 1-2 Tagen einzusetzen schien. C. war trotzdem
von der Wirkung felsenfest überzeugt (auch wenn mit Sicherheit die Zeit die Wunden geheilt hat).

Mir fiel auch auf, dass C. teilweise unglaublich schnell ging. Schneller als jede andere Person die ich
kannte. Als gäbe es immer etwas sehr Dringendes zu erledigen. Menschen flanieren beim Shoppen,
C. rannte fast (deutlich zu sehen im Spielfilm „Bis nichts mehr bleibt“). Mir war nur eine Gruppe
bekannt, die derart gehetzt agierte. Menschen in der paramilitärischen Sea Org von Scientology. Die
Sea Org ist die Quelle des Fanatismus von Scientology. Regelrecht abgeschottet von der Welt,
werden dort schon zwölfjährige Kinder zu fanatischen Mitgliedern gedrillt, um dann diesen Hingabe
für den Rest der Organisation durchzusetzen - ganz nach Hubbards Design. Und mit dieser
Erkenntnis fügten sich einige Puzzleteile ineinander. England entpuppte sich als Saint Hill, eine
Scientology-Zentrale etwas südlich von London, und mit Arbeit war ihre Tätigkeit dort gemeint. Später
sollte ich noch viel mehr erfahren.

In Anlehnung an die scientologische Sicherheitsüberprüfung (Sec-Check) wurde mein Mobiltelefon
regelmäßigen Kontrollen unterzogen. Welche Nummer hatte ich gewählt? Mit wem habe ich
gesprochen? Lustigerweise, eher für mich als für C., hatte sie drei Wochen zuvor von meinem
Mobiltelefon in einem Supermarkt angerufen um sich über die abendlichen Öffnungszeiten zu
erkundigen. Als sie meine Anruferliste durchging, tauchte diese Nummer wieder auf ... nur C. kannte
sie nicht mehr, ich sowieso nicht. C. wurde mehr als nur böse auf mich und ich konnte nur den Kopf
darüber schütteln.  

Banale Dinge trieben C. jedes Mal zur Weißglut. So hab ich mal den Sicherheitsgurt auf der
Rücksitzbank meines Autos eingeklemmt. Wir transportierten Lattenroste, dafür wurde eine Seite der
Bank, samt vorderem Beifahrersitz, umgelegt um Platz zu schaffen. C. saß deswegen hinten und
dabei dürfte sich ihr Sicherheitsgurt irgendwo dazwischen gekommen zu sein. Anstelle den
Sicherheitsgurt mit einem Ruck aus seiner misslichen Lage zu befreien, wurde ein Theater
sondergleichen veranstaltet.

Auch der staubsaugende Freund blieb nicht unverschont. Dieses Mal war das Saugrohr schuld, ich
hatte es nicht hoch genug ausgezogen und daher begonnen, in etwas gebückter Haltung meine
Runden zu drehen. Wutentbrannt riss mir C. das Arbeitsgerät aus der Hand und schickte sich selbst
an die Dinge in die Hand zu nehmen. Etwas nach dem Motto „Wo gepellt wird, dort fallen auch
Schalen“ hab ich mit C. gemeinsam gekocht. Ihr Ärger ließ nicht lange auf sich warten. Dabei wäre
anzumerken, dass ich bis dato ihr einziger Freund war, der mit ihr zusammen gekocht hat, wie C.
mir erzählte. Auch als sie selbst mal ein Kuchenrezept in den Sand gesetzt hatte, war ihre Reaktion
schaurig. Was mir ein „Schwamm drüber - nichts passiert“ entlockte, war für C. als wäre plötzlich
eine Welt eingestürzt. Versagen und Schwäche ist im System Scientology nicht vorgesehen.
Hubbard selbst schrieb schon „Wir haben dich lieber tot als unfähig”. Und diese Schicht von
Hubbards “Übermensch-Ideologie” wurde über C. gelegt. Dem versucht sie gerecht zu werden.

C. für all diese Dinge einen Strick zu drehen, ist der total falsche Weg - sie kennt es nicht anders. Es
konnten nicht verhindert werden, weil er auf einem Irrweg der Vergangenheit seitens der Mutter
beruhte, dem ein Mensch der Zukunft folgen musste. Jedes Mitglied in einer totalitären Sekte ist ein
Opfer. Aufgewachsen bzw. hineingeboren ist es noch weitaus schlimmer. Ein schuldlos gestohlenes
Leben, für eine völlig wertlose Sache. C. kann mit dem Begriff Bewusstseinskontrolle nichts
anfangen, geschweige weiß sie wie es funktioniert. Wahrscheinlich wird sie viel zu spät in ihrem
Leben erkennen, nachdem sie die besten Jahre ihres Lebens hinter sich hat, was mir ihr passiert ist.
Die Ausstiegsrate beträgt in Scientology über 90%. Ein hoher Anteil in den ersten Monaten, einige
merken erst nach 30 oder 40 Jahren, dass etwas nicht stimmt.
Orchideenschmetterlinge

DVD-Abend. Ich und „Dianetik“ zu Hause, denn C. war nicht anwesend. Ausgerüstet mit Stift und
Papier wollte ich diesen „Bestseller“ erkunden. „Allergien, Geschwüre, Arthritis und Gebrechen, usw.
sind auf die schädliche Wirkung von Engrammen zurückzuführen.“ Ich staunte nicht schlecht ob
dieser Aussagen und dachte mir, warum weiß das die Welt nicht? Warum wissen das die Ärzte
nicht? Mit einem Schlag würde Auditing die Menschen von diesen Geißeln befreien. Es ging munter
weiter. „Wenn Papa leidenschaftlich wird fühlt sich das Baby wie in einer Waschmaschine“. Hatte
schon langsam ein Schleudertrauma vor lauter Kopfschütteln. „Wenn Mama gegen etwas stößt, wird
das Baby bewusstlos geschlagen“. So viele Gefahren für ein Ungeborenes - als verantwortungsvolle
Frau, muss man ja die Schwangerschaft meiden, wie der Teufel das Weihwasser!

„Schmerz ist die Strafe für den Versuch, den sie beim Überleben machen“. Diese „fundierte“
Expertise bringt das Fass zum überlaufen. Nach nur knapp zwanzig Minuten drückte ich fest die
Eject-Taste. Dieser kurze Einblick, in den „Leitfaden des menschlichen Verstandes“ reichte mir
jedenfalls für immer. Ich fühlte mich vergewaltigt. Vergewaltigt mit meinem Wahrheitsempfinden und
mit meiner Intelligenz - geistig vergewaltigt. Wie kann C. so etwas nur glauben?

Wer solche Aussagen erbauend findet und nicht überall das unangenehme Erlebnis hat, mit seiner
Logik perverse Purzelbäume schlagen zu müssen, der sollte sich die nächsten Jahre jeden Tag
hinsetzen, um gesunde Denker zu studieren, um gesunden Verstand und Denken kennen zu lernen.
Mit solchen Aussagen wird einfach die Gefühlsebene angesprochen. Hier wird ganz klar der Versuch
unternommen, eine Phobie zu erzeugen. Angst macht die Menschen folgsam, und somit bringt man
ihr Verhalten unter Kontrolle.

Mittlerweile war ich schon länger stiller Mitleser im „Ex Scientologist Message Board“, wo sehr viel
Wissen über Scientology und persönliche Erfahrungen, von Kurzzeit-Mitgliedern über OTs bis hin zu
ehemaligen Betreibern von Scientology-Missionen, dargereicht wird. Es gibt weit mehr Aussteiger als
jene die noch „drinnen“ sind. Die beiden Hauptgründe warum relativ wenige Menschen mit ihren
negativen Erfahrungen in die Öffentlichkeit gehen ist 1) die Angst vor der scientologischen Fair-
Game-Richtlinie, 2) ist es heutzutage ein Stigma einer Sekte angehört zu haben und 3) die Angst
durch „disconnection“ den Kontakt zu seiner seine Familie zu verlieren, sofern diese ebenfalls als
Scientologen besteht. Eine persönliche Horrorgeschichte reihte sich dort an die nächste, und es wird
über aktuelles „Tagesgeschehen“ der Organisationen gepostet. Müßig zu erwähnen, dass ein
Scientologe sich niemals! auf diese Website begeben würde. Eine damalige Schlagzeile schockierte
mich besonders. Die damalige Präsidentin der Scientology-Frontgruppe „Bürgerkommission für
Menschenrechte” wurde wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch festgenommen. In dicken
Buchstaben schrieb ich das auf ein Blatt Papier und übergab es C. wortlos. Eine Minute später war
diese Nachricht geschreddert - per Hand. Den Wahrheitsgehalt überprüfte C. nicht. Es interessierte
sie gar nicht. Nur ein Fundamentalist reflektiert nicht seine Ansichten, ist immun gegen Einwände. So
bin ich mir vorgekommen, aber ich wollte C. nicht aufgeben. Mancher von uns gibt mit einem
einzigen resignierten Seufzer das Leben auf. Andere kämpfen ein wenig, dann verlieren sie den Mut.
Wieder andere - und zu denen gehöre ich - geben niemals auf. Wir kämpfen und kämpfen und
kämpfen, ganz gleich welche Opfer die Schlacht verlangt und wie gering die Aussicht auf Sieg sein
mag. Wir kämpfen bis zum Letzten. Es ist keine Frage des Mutes. Es ist etwas an unserem
Charakter, das uns das Aufgeben einfach unmöglich macht.

Und so keimte wieder Mut auf, vor allem als plötzlich eines Morgens ihr Name im besagten Forum
stand. Ich konnte es kaum glauben, doch da stand ihr Vor- u. Familienname und jemand suchte sie
und wollte wieder Kontakt mit ihr aufnehmen. Im Betreff waren noch zwei weitere Namen genannt.
Einen halben Tag später schrieb schon jemand „Ich bin einer der Kerle“. Da waren mit einem Schlag
zwei Personen die C. kannten bzw. umgekehrt. Zwei Personen, die begeistert über den jeweils
anderen waren, dass sie den Weg aus der Sekte herausgefunden haben. Was die beiden konnten,
dass konnte C. schon lange, davon war ich überzeugt. Ich registrierte mich und nahm Kontakt auf.
Beide um die 20 Jahre alt, S. aus Berlin und V. aus Österreich. Beide haben sich aus Saint Hill
davongemacht. Es ist normal das Jugendliche, teilweise mit 15 Jahren (sobald sie die Schulpflicht
erfüllt haben, teilweise auch schon vorher), rekrutiert werden. Es fand ein Mail-Austausch statt, der
viele neue Sichtweisen offenbarte, aber noch mehr unbegreifliche Fragen aufwarf.

C. war als PSFO (Particel Speed Flow Officer) eingesetzt: Rezeption, Telefonate, Post, Routing.
Davor wird man vor ein Fitness Board (eine Anhörung, ob man tauglich für die Sea Org ist) gestellt.
Im Großen und Ganzen geht es immer um drei Sachen: Spenden, Rekrutierung und Verkäufe. Jeder
Mitarbeiter (staff) musst die einfachen Mitglieder (publics) für die IAS schröpfen, bzw. für
Bücherspenden, Events und Ideale Orgs. Der Tagesablauf ist strikt durchorganisiert. Beginnend um
7:30 mit einem Frühstück und 23:00 Abends Ende. Dazwischen Essenszeiten und
Zielbesprechungen. Oft ging es bis 3 Uhr morgens, je nachdem wie viel Arbeit anstand. Am nächsten
Tag ging es normal wieder weiter. Wenn deine Statistik gut war, dann konnte man sich jeden zweiten
Samstag frei nehmen. Schnelles Arbeiten und laufen war durch den Zeitdruck und Stress fast schon
Pflicht. Essen war miserabel, nicht nur für C. Die „Bezahlung“ war 20-30 Pfund (25-35 Euro) wenn es
gut lief, manchmal gab es auch über Wochen kein Geld.

Und Strafen gab es natürlich für alle, auch für C. Es konnte sein, dass man körperlich hart arbeiten
musste, oder gewisse Sachen von Hubbard lesen musste, oder Auditing bekommen hat. Die
Lieblingsbestrafung war O/Ws schreiben (Overt/Withhold, schädliche Handlung/ Zurückhaltung). Das
hieß, man musste alles ganz genau aufschreiben was man im Leben Böses getan hat, egal wie klein
oder wie groß es war.

S. schrieb mir, das C. mit nichts glücklich war, immer total unter Stress stand und während der
gemeinsamen Zeit, sehr oft krank war; sie sah mit jedem Tag schlimmer aus. C. hatte ihn vom
Flughafen in London abgeholt, da war sie noch total glücklich und alles war noch in Ordnung - aber
das hat sich schnell geändert. Den Verfall hat er gemerkt, da C. immer weniger gelächelt hat, immer
grimmiger wurde, an nichts mehr Spaß hatte und an ihrer Körperhaltung.

Auch war es strengstens verboten Düfte in der Sea Org zu verwenden. Zimmer wurden wöchentlich
danach durchsucht. Das betraf auch Shampoos, Deos oder Waschpulver. Alles wo sogenannte
Dufstoffe angeführt waren, wurde konfisziert und weggeworfen. Dem nicht genug, wurden dieses
„Vergehen“ fotografiert und die Fotos anschließend öffentlich aufgehängt (um die Person zu
beschämen). Insofern ist diese Tatsache interessant, als das C. Parfums und Düfte liebte. Ich hab
mal, ohne böse Absicht, zu ihr gesagt, sie könne doch zuerst einen Teil ihrer Düfte aufbrauchen,
bevor sie darüber nachdenken soll, neue zu kaufen - ich hätte es besser nicht sagen sollen.
Scientology durfte es ihr verbieten. Ich hingegen durfte nicht mal meine Meinung äußern. Meine
Ansichten hielten mich jedoch nicht davon ab, ihr trotzdem diese Dinge zu schenken. Mein Herz, ich
muss es zu meiner Schande gestehen, gehorchte mir noch weniger als mein Hund. C. ohne Parfum
ist wie, als würde man eine kirchliche Messe abhalten, ohne das Wort Amen zu erwähnen; einfach
nicht vorstellbar. Aber anscheinend hat C. sogar dieses Stück ihrer Persönlichkeit, etwas das sie so
gern mag, in Scientology unterdrückt.

Mit V. war der Nachrichtenaustausch noch etwas intensiver, wobei sich viele Dinge überschneiden.
Gleich zu Beginn schrieb sie: „Toll, dass du dich um C. kümmerst. Sie braucht jemanden, der sie
unterstützt, und der vor allem kein Scientologe ist.“ Auch V. hat ihren sämtlichen Freunden dasselbe
erzählt, dass sie ein Auslandsjahr gemacht und ein wenig in England gearbeitet hätte. „Du kannst dir
sicher vorstellen, wie es ist, zu sagen, dass du Vollzeit für eine Sekte gearbeitet hast und Leuten das
Geld aus der Tasche gezogen hast.“ Das erinnert mich auch sofort an C. Keiner sollte es wissen,
dass sie bei Scientology ist, obwohl es doch angeblich so gut für die Menschen ist. Wer soll das
verstehen?

C. hat ihr gegenüber öfter erwähnt, dass sie mit ihrer Zimmergenossin nicht zurechtkam. Sie wurde
regelrecht gemobbt, weil sie dann auch eine Zeitlang Opfer war. Sie beschrieb C. als fahrig, nervös
und sie sagte oft, dass sie Schlafprobleme hätte.

„Ich war längere Zeit in Ethik, hatte lange Gespräche, wo mir weisgemacht wurde, dass mein Freund
ein SP (Supressive Person, eine ünterdrückerische Person) ist. Ich habe den 'Wie man Auf und Abs
im Leben überwindet'-Kurs gemacht, und weil ich aber immer noch 'PTS' (Potenital Trouble Source,
Gefahrenquelle) war, auf Ethik-Lines. Das hieß, andere Leute beurteilen dein Leben und versuchen
dich auf den (ihrer Meinung nach) richtigen Weg zu bringen.“ Stattdessen ist V. dann später zu ihrem
ehemaligen „SP-Freund“ gezogen.

V. wurde mit Anrufen und E-Mails von einer der beiden Scientology-Organisationen in Wien belästigt.
Immer neue Nummern oder anonyme Anrufe wurden verwendet. Die erste Zeit kamen zu jeder
Tages- u. Nachtzeit fünf bis sieben Anrufe und ca. drei SMS oder Mails. Sie hat öfters ohne Erfolg
erklärt, wieso sie nicht mehr bei Scientology sein will. Aber leider nutzte erst die Drohung einer
Stalking Anzeige etwas. Bei S. war der Terror noch weitaus schlimmer.

„Ich weiß, du bist in einer extrem schwierigen Lage. Ich kann dir nur raten, dich ja nicht in Scientology
hineinziehen zu lassen, das geht schneller als du denkst, vor allem wenn du an 'die richtigen' staffs
gerätst. Was möchte C. denn? Sie muss sich ja für eines entscheiden: handhaben oder Verbindung
abbrechen, ansonsten gilt sie als PTS und kann als PTS Type B  declared werden. Dann bekommt
sie kein Service mehr, bevor sie eben nicht 'gehandhabt oder die Verbindung abgebrochen' hat.“

V. erzählte mir von ihrer ehemaligen ungarischen Freundin. Sie zog mit ihren Eltern und Schwester
mit 14 nach East Grinstead. Bevor sie eine Chance hatte, einen Beruf zu erlernen oder eine normale
Ausbildung zu machen, wurde sie rekrutiert; sie hat nie das „richtige“ Leben kennen gelernt ... „es ist
doch normal, für Jugendliche, das Leben zu genießen, fortgehen, einen Freund haben, Partys,
Urlaub. Dann anschließend eine Ausbildung und arbeiten gehen, eine feste Beziehung haben, so
etwas in der Richtung.  All das kennt sie nicht und wird es auch kaum erfahren in der Sea Org, íhre
Schwester ist 8 und wird ebenfalls schon bearbeitet von Rekrutern.“

„Ja, ich habe auch massenweise hochdosierte Vitamintabletten geschluckt, während ich in Saint Hill
war. Ich habe einfach nicht gewusst, dass die Hautrötung und das Kribbeln nach 100 mg Niacin eine
Vergiftungserscheinung ist! Mir wurde erzählt, dass sei normal, und das mein Körper 'Strahlung'
loswird. In Wirklichkeit war das eine Vergiftung. Ich hoffe, ich habe das Vitaminzeug (C, E, B-
Komplex, Niacin, Calcium, Magnesium) nicht lange genug genommen, um Spätfolgen zu haben.
Heute ist mir natürlich klar, dass Menschen tausende von Jahren sehr gut ohne zusätzliche
künstliche Vitamine lebten und dass das einfach Scharlatanerie und Geldverschwendung ist.“

Am Ende, nachdem die Beziehung in Brüche gegangen war, schrieb mir V. noch diese
aufmunternden Zeilen:

„Das tut mir so leid für euch. Wahrscheinlich warst du eine der letzten Chancen für C., endlich ein
von Scientology unabhängiges, freies, Leben zu führen. Ich kann mir gut vorstellen wie das war: alles
vernünftige Argumentieren hilft nichts, sie ist da so tief indoktriniert. Es war NICHT C. selbst, die dich
verlässt, das war eine von Scientology maßgeschneiderte, tief indoktrinierte Persönlichkeit, die an
einem paranoiden Weltbild festhält .Vielleicht dauert es noch einige Jahre und tausende Euro, bis sie
eine Erkenntnis hat und Scientology verlässt. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass sie nicht mehr in
die Sea Org geht. „

„Es tut mir einfach so leid für C., dass sie einen so wertvollen Menschen wie dich absichtlich verlässt
wegen der sch... Sekte.“

All diese neu hinzugekommen Informationen, die einem fast überrollten, brachte auch eine neue,
meterhohe Welle an Fragen mit sich. Wie konnte C. für diesen Hungerlohn arbeiten gehen? Wie kann
jemand, der im Privatkonkurs ist, umsonst arbeiten? Sollte man nicht danach trachten, so schnell wie
möglich auf gesunde finanzielle Beine zu kommen? Ein Mädchen voller großer Lebensträume, von
einem eigenen Pferd, von Familie mit gemeinsamen Kindern ... wie soll das alles finanziert werden?
Dabei haben meine Eltern leere Stallungen und Grund und Boden für Heuanbau. Aber am Ende war
diese Zukunft, diese Hoffnung auf viel mehr, bedeutungslos. Wie konnte man sich für eine freiwillige
Tätigkeit auch noch bestrafen lassen? Welche Art von Menschen lassen das über sich ergehen?
Warum hat sie sich nicht gegen das Mobbing gewehrt? So wie ich C. kannte, hätte sie solch eine
Ungerechtigkeit niemals zugelassen. Weder an anderen Personen, noch an ihr selbst. C. sorgte sich
selbst um einen verletzten Vogel. Warum hat sie das in Saint Hill zugelassen? Wie konnte sie bei
Scientology 14, 16 oder 18 Stunden am Tag arbeiten, und in einem vernünftig bezahlten Job brachten
sie schon 9 oder 10 Stunden am Rande der Leistungsfähigkeit? Was ist wenn eines Tages Sea Org-
Anwerber vor der Tür stehen? C. hätte salutiert und ich? ... ich hätte ihnen einen gewaltigen Tritt in
den Allerwertesten verpasst; gar nicht auszudenken wenn sie nach den Kindern greifen. Was ist mir
Kindererziehung? Das fängt schon bei Schutzimpfungen an. Ein Kind nicht trösten und in den Arm
nehmen wenn es hinfällt und weint (Phobie vor Engrammen - equivalent zur stillen Geburt)? Niemals!
Wie soll man Kinder zu weltoffenen, mutigen, kritischen Menschen erziehen, wenn ein Partner es gar
nicht zulässt?

Scientology ist immer die dritte Person in einer Beziehung, und würde immer in der Brieftasche von
C. sein. Es gibt in Scientology immer den nächsten Schritt zu tun. Es werden immer Spenden für die
IAS oder andere Kampagnen benötigt. Sie würden niemals aufhören Geld von ihr zu fordern. Bringe
ich zu viel Widerstand entgegen, werde ich als "Unterdrücker" gebrandmarkt von dem es sich zu
trennen gilt. Kann ich es zulassen, dass meine Freundin von einer Gruppe betrogen und manipuliert
wird, um sie auszubeuten? Wie soll ein Mensch das ertragen?!

Fahrig, nervös, grimmig, so kannte ich C. an meiner Seite nicht! Schrieben wir überhaupt über
dieselbe Person? Auch Schlafprobleme waren mir neu - an meiner Seite schlief C. selig und tief wie
ein Murmeltier. Wie kann sich eine Person in einer solch restriktiven Umgebung so dramatisch
verändern? Natürlich hab ich C. mit einigen dieser Tatsachen konfrontiert (nicht mit meinen Fragen).
War sich glücklich in England? Ja, sie war glücklich kam zu Antwort. Wie bitte (gedacht)? Entweder
log sie mich bewusst an (um Scientology zu schützen), oder Scientology hat das Glück für sie
redefiniert, indem es für sie totale Aufopferung bedeutet. Beides ist schlimm genug.

Aber die zentrale Frage die sich aufwarf war: Wie kann ich eine Person, die mir kostbarer war als
alles im Märchenland gesponnene Gold, vor Angriffen wegen ihrem Scientology-Engagement
beschützen? Sollte ich bewusst lügen? Sollte ich, wider besseres Wissen, alle Anschuldigungen
verharmlosen und als unrichtig abtun? Sollte ich meine Ideale opfern?
Himmel auf

Eine Wahl musste getroffen werden. Dass es für C. die Freiheit dieser Wahl aber niemals gab, das
wusste ich damals noch nicht. Ein unfassbarer Vorfall half mir dabei, meiner Entschlossenheit
Zielstrebigkeit zu verleihen. Die minderjährige Halbschwester von C. wurde von ihrer eigenen Mutter
und dem Stiefvater mittellos vor die Tür gesetzt. Der Grund: Drogenkonsum. Und damit war sie eine
Art Aussätzige in einer Scientology-Familie. Scientologen haben null Toleranz für
bewusstseinsverändernde Substanzen. Sie glauben, dass Straßendrogen und psychiatrische
Medikamente das spirituelle Wachstum unmöglich machen.    

Auch C. wollte immer wieder wissen, ob ich jemals Drogen genommen habe (hab ich nicht). Was ich
bestenfalls als Jugendsünde abtun würde, erschien für C. von essentieller Wichtigkeit. So wie ich ihre
Schwester kennen gelernt habe, denke ich nicht, dass sie mit Drogenkonsum etwas am Hut hatte.
Wenn es so gewesen sein sollte, dann wäre Helfen das Gebot der Stunde gewesen, nicht ein Kind
regelrecht auszusetzen.

Wenige Tage später versuchten C. und ich ihr Bett und ihren Kasten aus der Wohnung der Eltern
abzuholen. Da ich Hausverbot hatte, nahm ich, nicht weit davon entfernt, auf einer Parkbank Platz.
Der leibliche Vater war als Sicherheit auch anwesend. Geschreie drangen aus den teilweisen
geöffneten Fenstern, und wenig später kam C. wutentbrannt aus der Wohnung - es gab
Handgreiflichkeiten. Anstelle die Polizei zu rufen, wollte C. unbedingt den Ethik-Offizier der Wiener
Organisation erreichen (das Anzeigen von Scientology oder Scientologen bei staatlichen Behörden
ist in der Gruppe ein Schwerverbrechen).

Es war Sonntagvormittag, er oder sie hob nicht ab. Ich ging in den Vorgarten, Mutter und Stiefvater
hingen zufrieden lächelnd, rauchend am Fenster. Ich gab ihnen eine Karte: "We are Anonymous. We
are Legion. We do not forgive. We do not forget. Expect us.“

HIER wird die Linie gezogen. Bis hier her und nicht weiter! Anonymous war im Boot - eine der
größten Feinde der Scientologen. Das eine Matratze gerettet werden konnte, geriet völlig zur
Nebensache. Kurz nachdem wir den Kriegsschauplatz verlassen hab, fragte C. natürlich was ich den
beiden überreicht habe. Ich antwortete ihr wahrheitsgemäß. Ihr Miene verfinsterte sich abrupt und sie
schrie mich regelrecht an: Das sind keine Scientologen! Das ist nicht Scientology! C. log direkt in
mein Gesicht (um Scientology zu schützen), schlimmer noch, sie hat ihre eigenen Werte selbst
verraten. Eine weitere, durch Scientology, zerstörte Familie. Die Implosion fand direkt vor ihren
Augen statt. Aber C. konnte es nicht erkennen.

Mein neuer Schutzwall gegen diesen Wahnsinn war errichtet - das „Project: Chanology“ von
Anonymous. Die Protestbewegung, ins Leben gerufen eigentlich durch Scientology selbst, da sie
2008 versucht haben, ein auf YouTube aufgetauchtes internes Propaganda-Video von Tom Cruise zu
unterdrücken. Darauf reagierte das Kollektiv zuerst mit DDos-Attacken (Scientology-Webseiten
wurden lahm gelegt) und kurz darauf mit weltweiten Protesten direkt vor den Gebäuden der
Organisation. Scientology, die bisher ein Gesicht für jeden Kritiker hatten, und damit auch verklagbar,
stand hilflos einer Armee von gesichtslosen Menschen gegenüber. Aussteiger, die durch die
Bewegung ein Sprachrohr gefunden haben, bezeichneten das Eintreten von Anonymous, als wäre
die Kavallerie eingetroffen. Anonymous hat nicht nur den Vorhang zur Seite gezogen, sie haben ihn
gleich gänzlich entfernt. Durch ihr Medium, das Internet, transportierten sie die Verbrechen von
Scientology bis in die entfernsteten Winkel dieser Erde.

Scientology dämonisierte die Menschen hinter der Maske, als Hassgruppe, Nazis, Kinderschänder
u. Verbreiter von Kinderpornografie, um die Glaubhaftigkeit der Demonstranten zu ruinieren und um
ihre Mitglieder zu „schützen“. „OP: Darknet“ (Anonymous gegen Pädophile) und „OP: Blitzkrieg“
(Anonymous gegen Neonazis) sprechen jedoch lauter, als jede Scientology-Lüge es könnte. Durch
betriebene Informationskontrolle isoliert man die Mitglieder, sodass sie solche Informationen nicht
lesen.

Später schrieb ihre Halbschwester gemeinsam mit C. einen Wissensbericht über ihren Stiefvater.
Methoden, die sich auch bei der Stasi wiederfinden. Jeder überwacht jeden, und schreibt Berichte bei
Übertretungen der Doktrin, oder was der Gruppe nicht dienlich ist. Ein Ethik-Akte wird über jeden
Scientologen gehalten. Die Akte beinhaltet jedes peinliche Eingeständnis, das während einer
„Seelsorge“ (Auditing) gemacht wurde; verfasste Verstöße und Sünden sowie Wissensberichte.
Angst kann niemals wirkliche persönliche Entwicklung hervorbringen. Furcht macht die Menschen
gefügig. Was für eine Welt ...

C. musste zu einem kleinen operativen Eingriff in das Krankenhaus. Am Vorabend kam sie mit einer
Bitte zu mir, die mich nur mehr den Kopf schütteln lies. Ich möge bitte, falls sie nicht mehr in der Lage
dazu ist, dem operierenden Ärzteteam klar machen, dass sie bei der Operation nichts bzw. wenn
dann nur ganz leise reden sollen. Ich hab das zum damaligen Zeitpunkt nicht verstanden. Wie soll ein
Mensch das auch verstehen? Ich hatte noch nie etwas Lächerliches gehört. Zumal ich auch schon
öfters unterm Messer lag. Dementsprechend fiel auch meine Reaktion aus. Ich machte mir Sorgen,
dass der Eingriff nicht erfolgreich über die Bühne ging, dass die Narkose hoffentlich komplikationsfrei
blieb, aber C. schien das gar nicht wichtig zu sein. Sie hatte vor etwas anderem viel, viel mehr Angst.
Tränenüberströmt rang sie mir dieses Versprechen hab; das ich keinen Zugang zu dem OP-Bereich
haben würde, war mir schon im Vorhinein klar. Es schien C.  so wichtig, als ginge es um Leben und
Tod. Wovor C. Angst hatte, waren Engramme. Sie hatte dermaßen Panik, dass sich in ihrem
Unterbewusstsein während der Narkose Engramme generieren, die ihr rationales Handeln später
beeinträchtigen würden. Darum sollte niemand reden, und schon gar nicht etwas Bösartiges.
Eingepflanzte Phobien, gefangen in einem Teufelskreis. Denn nur Scientology kann einem davon
durch Auditing befreien, das wiederum eine Stange Geld kostet.
Mein Herz hatte sich schon gefürchtet, ehe ich es wusste

Sonntagvormittag verabschiedete sich C. zu einer Hochzeit - einer Scientologen-Hochzeit. Wenn ich
heute zurückdenke, dann war das Zusammentreffen mit diesen vielen Menschen aus ihrer Gruppe
die Initialzündung. In unserer gemeinsamen Zeit hatte sie so gut wie keinen Kontakt zu anderen
Scientologen. Auch kein Service (bis auf einem gemeinsamen Kurs) oder ähnliches in der Org. Ich
wusste nicht was in diesen Stunden vorgefallen war, aber es hat C. wohl klargemacht (oder es wurde
ihr), dass es mit mir keine Zukunft geben kann. 

Ich schlief länger und schnürte mir dann meine Laufschuhe. Nach meinem Mittagsessen, kam die
Halbschwester zu mir und wir lernten gemeinsam Mathematik. Sie hatte eine Aufnahmeprüfung in
einer öffentlichen Schule und Mathe war nicht grad ihre Stärke. Eigentlich ist das untertrieben. Ihrem
Alter entsprechend, waren die Rechenkenntnisse katastrophal. Scientologische Schulbildung
(Applied Scholastic) scheint nicht viel Wert darauf zu legen. Später am Nachmittag als C. nach
Hause kam, hab ich ihr das so unverblümt gesagt; entsprach ja der Wahrheit. C. schob die Schuld
auf die Lehrer, die ihre Halbschwester bisher hatte. Dass die Mutter der beiden Nachhilfelehrerin ist,
war nicht von Bedeutung. Abends entbrannte wieder ein heftiges Wortgefecht über Scientology.

Montagmorgen. Unsere Trennung war ein chirurgischer Eingriff, und er wurde von C. ohne
Betäubung mit nur drei Worten vorgenommen: Bereust Du es?

Ironischerweise wollte C. einen modernen Ritter zum Freund. ... seid ohne Furcht im Angesicht eurer
Feinde. Sprecht nur die Wahrheit. Beschützt die Wehrlosen und tut kein Unrecht ... ich habe die
Wahrheit über Scientology gesagt - eine nachweislich kriminelle Organisation. Aber rechtsstaatliche
Urteile sind für Scientologen von keinem Interesse - die haben ihre eigene Justiz. Ein Mini-Korea, in
unserer freien Gesellschaft. Man muss in einer Demokratie auch den Mut zur Intoleranz denen
gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie zu beseitigen.

Die Wehrlosen beschützt - nämlich genau C. Menschen die unter extremen
Beeinflussungsmethoden stehen sind der Gruppe schutzlos ausgeliefert. Jonestown oder die
Heaven's Gate Tragödie sollten uns mahnendes Beispiel genug sein was am Ende geschehen kann.
Ich hoffe, das Gute der Welt wird sie schützen. Ich konnte es nicht mehr.

Ich bin auch nicht eingeknickt wie ein dürrer Strohhalm, sondern habe Entschlossenheit gezeigt. Es
ist der völlig falsche Weg, einen Scientologen als Feind zu bezeichnen. Ein Mensch darf niemals
unser Feind sein. Ich habe keinen bösen Scientologen kennen gelernt. Auch waren sie nicht dumm,
sondern oftmals sehr gebildet. Selten ist mir ein Mensch wie C. begegnet, die vor so unglaublicher
Hilfsbereitschaft strotzte. Und genau das macht sich Scientology zum Vorteil, vereinnahmt sie, um
sie auszubeuten. Darin erzogen und aufgewachsen war C. nicht in der Lage, dieses Monster zu
erkennen, dem sie diente. Die Ideologie von Scientology verstellt die Wahrnehmung der Anhänger auf
die Realität.

Noch war es nicht ganz vorbei. Mit meinem Aufbäumen, das selbst ein untergegangenes Schiff noch
hätte retten können, schickte ich ihr per Post Kopien aus dem Buch „Combatting Cult Mind Control“
von Steven Hassan, das mir zufällig in die Hände gefallen war. Er beschrieb seine Zeit bei der Moon-
Sekte, die ihm fast das Leben gekostet hätte, und in weiterer Folge über Bewusstseinskontrolle und
wie Sekten agieren. Obwohl überhaupt nichts von Scientology in den Bücherseiten stand, kam es mir
auf jeder Seite so vor, als beschriebe er die Situation von C. Es war einfach unglaublich zu erkennen,
dass all diese Informationen exakt auch auf Scientology zutreffen.

Einige Tage später wollte ich wissen, ob C. es gelesen hatte. Zwei SMS, an zwei verschiedenen
Tagen. Als Antwort habe ich eine Drohung bekommen, sie erstattet Anzeige wegen Stalking bei der
Polizei. Es war Zeit die Fronten zu klären. Dass ich innerlich kochte, nachdem was ich alles für sie
getan habe, ist nicht schwer zu erraten. Ich wollte unser gemeinsam gekauftes Zirbenbett zurück.
Besser gesagt, mein Bett - ich hab es ja schließlich und endlich bezahlt. Inklusive Lattenrost und
Matratze betrug der Wert immerhin rund fünfzehnhundert Euro.

Ich war fest entschlossen es mir zu holen, aber irgendetwas in mir konnte es dann doch nicht. Ich
wollte die Tragödie nicht weiter auswalzen, wollte keinen Menschen bestrafen. Es gibt einen
Zeitpunkt an dem man lernt, dass Liebe mit Vergebung einhergeht. Ich schenkte ihr das Bett, und
auch noch, die von mir gekauften, zwei Tickets für das Musical „Cats“. Was ich aber wollte, waren
die hundertfünfzig Euro, die ich für einen Flug ihrer Halbschwester bezahlt habe. C. versprach es mir
voller Hochmut, dass ich die Geldsumme selbstverständlich bekomme werde - ich warte heute noch
darauf, und werde es nie wieder bekommen. Dieser Betrag steht nicht für den Kaufwert, er steht für
etwas viel Wertvolleres. Respekt, Anstand, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Authentizität, fremdes
Eigentum zurückzugeben, und letztendlich für Freiheit. Freiheit, selbstständig zu denken und nicht
das Denken der Gruppe zu überlassen, weil ich gemäß deren Lehre eine „unterdrückerische Person“
bin.

Beim allerletzten Telefonat sagte C., dass Anonymous für den Tod von Kindern verantwortlich sei.
Dass ihr Scientology das gesagt hat, ist nicht schwer zu erraten. Selbst gefunden kann sie diese
Information nicht haben, steht ja nirgendwo. Wie konnte C. nur glauben, dass ich jemals Kindermord
unterstütze? Selbst ein Blinder hätte erkannt, dass hier etwas gewaltig nicht stimmt - C. konnte es
nicht! Sie konnte nicht all mein Handel in unseren gemeinsamen Monaten mit der Aussage von
Scientology vergleichen. Sie konnte die Divergenz nicht erkennen, zwischen einem Mensch, der für
sie „better than all the rest“ war, und das, was ihr Scientology gesagt hatte.

Meine letzte Frage war: „Möchtest du einen Freund haben, der unter Bewusstseinskontrolle einer
Gruppe steht?“ Ihre Antwort war: „Nein“ …

Scientologen werden diese Geschichte als frei erfunden nennen. Selbst C. wird sie als Lüge
bezeichnen und alles darin abstreiten. Ich weiß, dass diese Geschichte eure „Realität“ bedroht - all
die Zeit, die ihr investiert habt, all das viele Geld. Darum werdet ihr alles abstreiten, mich einen
Lügner nennen, um die für euch von Scientology künstlich erschaffene Welt zu beschützen. Das
System hat euch so abhängig gemacht, dass ihr eher bereit seid die Wahrheit zu opfern, als für sie
einzustehen.

Wenn ihr nach der Wahrheit sucht, dann müsst ihr auch bereit sein, ihr ins Gesicht zu sehen. Ich
kann euch nur eins mit auf den Weg geben: Investiert eure Zeit, eure Anstrengungen und euer Geld,
in eure Familie, Freunde und in traute Zweisamkeit, den das sind die Leute die euch Kraft geben und
die wirklich wichtig sind. In Scientology müsst ihr euch Liebe erarbeiten oder erkaufen, in der realen
Welt bekommt ihr sie von Menschen geschenkt.

C. erzählte mir, dass sie selbst in ihren Träumen Angst hatte mich zu verlieren. Aber sie hatte noch
weit mehr Angst Scientology zu verlieren.



Auch wenn ich all das durchgemacht habe, was ich durchgemacht habe, bereue ich die
Schwierigkeiten nicht, in die ich mich begeben habe - weil sie es waren, die mich
hierher brachten. Wenn ich durch meine Webseite, nur eine einzige Person vor den
Fängen einer destruktiven Gruppe beschützen kann, nur eine einzige Familie vor
dem Zerbrechen bewahren kann, dann ist das Belohnung genug für mich.

Meine Hoffnung ist, dass all diese Informationen Verstehen schaffen, wie
übermäßiger sozialer Einfluss funktioniert. Im Besonderen, wie Menschen
kontrolliert werden können und wie destruktive Gruppen arbeiten. Die Erfahrung
hat mir gezeigt, welche Misere und welches Leid sie verursachen. Noch wichtiger ist
es, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Familienmitglieder und anderen
Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen.