Gegenabsichten

Eine der vernichtendsten Anschuldigungen, die gegen ein Mitglied erhoben werden kann, sind
Gegenabsichten.

In einem Richtlinienbrief von 1968  schrieb Hubbard:

Der Zweck von Ethik ist: Gegenabsichten aus der Umgebung  zu entfernen.

Und wenn sie dies erreicht hat, wird der Zweck:

Fremdabsicht aus der Umgebung zu entfernen.

"Absichten" im Kontext mit Scientology bedeuten Befehle und Weisungen, die von oberster
Befehlsebene kommen. Auch bekannt unter "Führungsabsicht" (Command Intention), eine
Formulierung, die sich aus den früheren Zeiten der Sea Org abstammt.

Hier wird wie immer die äußerst autoritäre Definition und Verwendung des Konzeptes der
"Ethik" von Scientology deutlich. Der Zweck von Ethik ist in einem Unternehmen oder
Berufsstand normalerweise die Mitarbeiter und Kunden vor Ausbeutung zu schützen und die
Integrität zu bewahren. Qualifizierte Ethik würde in der Regel mit Sachen wie Ehrlichkeit,
Transparenz und Verantwortung zu tun haben. Hier in Scientology wird Ethik als eine Methode
der Durchsetzung von autoritärer Kontrolle  benutzt, um Andersdenkende zu beseitigen.

Jeder, der das Diktat von Scientologys Führung in Frage stellt, es herausfordert oder Einwände
erhebt, kann und wird mit der Bezeichnung "Gegenabsichten" gebrandmarkt.

Innerhalb von Scientology ist ebenfalls der Begriff "backflash" in Verwendung, der als "jede
unnötige Erwiderung auf einen Befehl" definiert ist. Die einzige akzeptable Antwort auf einen
Anweisung ist: " Ja, Sir, ich werde es erledigen!" Jede andere Beantwortung  wird als "backflash"
erachtet und das beinhaltet auch Diskussionen und Kommentare über den Auftrag. Die einzig
angemessene Einstellung ist bedingungslose Befolgung. Alles andere sind "Gegenabsichten".

Mit dieser Terminologie wird zunehmens auch mit dem Feld der einfachen Anhänger verfahren.
Jeder, der an keinen Veranstaltungen teilnimmt, keine Kurse besucht, kein Geld für Service
ausgibt oder keine Spenden für seinen "Status" und vielfältige Kampagnen tätig, der sieht sich
dem Begriff  "Gegenabsichten" vom Ethik-Officer konfrontiert.

FREMDABSICHTEN

Der andere Teil von Hubbards "Zweck der Ethik" ist:

Fremdabsicht aus der Umgebung zu entfernen

Diese "fremde Absicht" beinhaltet jede Aktivität, die einen Mitarbeiter von seinen Pflichten
abhalten könnte oder einen Anhänger von seinem Engagement in Scientology.

Man gibt keine öffentliche Wertschätzung für irgendeine andere Aktivität ab, außer sie ist
unzweideutig Scientology untergeordnet. Hubbard benutzte Bowling als Beispiel, indem er
andeutete, dass alles andere, das man tut so unwichtig wie Bowling ist.

Mitglieder verwenden den Begriff  "Dilettant" für jeden, der nicht energisch genug Scientology
als oberste Priorität verfolgt.

Nichts anderes als Scientology zu machen sollte die richtige Einstellung für einen Anhänger
sein.  Alles andere ist verschwendete Zeit.

Wenn deshalb ein Scientology-Event, ein wichtige s Meeting oder eine Kursperiode aus
irgendeinem Grund versäumt wird, dann gibt es Probleme mit Ethik.

In den Händen von Scientology hat Ethik nichts mehr mit Fairness, Gerechtigkeit,
Transparenz, Ehrlichkeit oder Integrität zu tun. Vielmehr wird es ein schlichtes Werkzeug zur
Durchsetzung totalitärer Regeln über das Leben der Anhänger.