Scientology brüstet sich gerne damit, dass dieses Programm »die größte Katastrophenhilfsorganisation der
Erde« sei. Belege dafür sind Fehlanzeige. In Wahrheit geht es weniger um effektive Hilfe, sondern vielmehr
um eine Fülle von PR-Bildern zu bekommen. Zusätzlich wird in vielen Fällen ein Filmteam entsandt um Videos
zu produzieren, welche wiederum für PR-Zwecke und Fundraising benutzt werden. Wie das Blendwerk
aussieht, kann an diesem Beispiel dingfest gemacht werden: Trotz einer Presseaussendung, in der von über
220.000 Geistlichen die Rede ist, die wertvolle Dienste in Katastrophengebieten leisten, muss Narconon
Louisiana auf der Crowdfunding-Plattform »GoFundMe« um Geld für den Wiederaufbau der Einrichtung nach
einer Flutkatastrophe betteln. Es wäre doch ein Leichtes gewesen, von diesen angeblich 220.000 Geistlichen
nur ein Dutzend zur Hilfe zu entsenden? Nichts. Nicht einmal finanziell wird von der Organisation zur Seite
gestanden. Für teure PR-Einschaltungen ist allerdings immer Geld da.

Diese »Ehrenamtlichen Geistlichen« treten auch in diversen europäischen Städten für Scientology auf, indem
sie in auffälligen gelb farbenen Zelten für ihre Ziele und Scientology werben.

Wie bereits erwähnt, machen diese sozialen Verbesserungsprogramme extrem übertriebene Behauptungen
über die Effizienz von der Technologie von Scientology. Eine Collage dieser Behauptungen:






















Im Uhrzeigersinn von oben links: Der Weg zum Glücklichsein, Narconon, World Literacy Crusade, Applied Scholastics


Würden, wie von World Literacy Crusade behauptet, 87% der Teilnehmer nachdem sie das Programm
durchlaufen haben Gang und Drogen aufgeben, dann würde wohl jedes Gericht anordnen, dass verhaftete
Gangmitglieder und Drogenkonsumenten daran teilzunehmen haben. Dort würden sie Bücher lesen,
missverstandene Wörter klären und ihr früheres schlechtes Leben aufgeben.

Diese Programme könnten die  gravierenden Probleme im Bereich von Drogen, Kriminalität, Gewalt und
Analphabetismus lösen - einfach durch lesen von Broschüren oder dem Anschauen von DVDs. Das ist
selbstredend völlig absurd und spottet jeder Beschreibung. Gleichermaßen ist es eine glatte Lüge, »Der Weg
zum Glücklichsein« hätte in Kolumbien die Kriminalität um 50% reduziert. Genauso ist  die 76%ige Erfolgsquote
bei Narconon eine Phantasiezahl.

Scientologys soziale Verbesserungsprogramme vereinfachen grob eine Lösung für komplexe Probleme. Und
das mit dem Hintergrund, schamlose Gewinnmargen von Broschüren, DVDs, und Kursen zu lukrieren. Wie
sämtliches im System von Scientology, ist auch hier alles betrügerisch und irreführend.

Eines der hinterlistigsten Dinge bei Scientology sind die unverschämten und falschen Behauptungen über ihre
Errungenschaften in weit entfernten Ländern. Seltsam, dass diese »Wunder« niemals in Berlin, Basel oder
Wien passieren. Aber auch an keinem dieser Orte, wo diese erstaunlichen Leistungen passieren, findet sich
lobend eine Erwähnung, außer in den Publikationen oder Events von Scientology selbst. Nicht in den Medien.
Nicht auf öffentlichen sozialen Plattformen. Nirgends. Diese Lügen werden benutzt, um Anhänger
breitzuschlagen noch mehr Geld zu spenden, um noch mehr solcher »Wunder« ins Leben zu rufen zu können.
Die Spendenkultur von Scientology durchdringt alles.

Nebenbei erwähnt, Anhängern wird ständig eingeredet, dass Journalisten zu den »Chaoshändlern« gehören,
welche auch für die Misere der Menschheit mitverantwortlich sind. Somit wird es ohne zu hinterfragen als
Grund akzeptiert, dass über diese erstaunlichen Leistungen in den Medien keine Berichterstattung erfolgt.
Außerdem werden die jeweiligen Programme so beworben, dass die entsprechenden Broschüren nichts mit
Scientology zu tun hätten, und diese Materialen werden auch nicht irgendjemand außerhalb der Organisation
als Scientology angepriesen. Kommt allerdings die Zeit, sich bei Events selbst auf die Schulter zu klopfen,
dann sind diese Programme plötzlich 100 Prozent Scientology.  

Dass immer wieder Personen auf diese vorgeblichen Verbesserungsprogramme reinfallen, ist das Resultat
eines ausgefeilten Konzeptes von Scientology, welches beabsichtigt, unvorsichtige Pädagogen, Gesetzeshüter
und Beamte zu ködern.

Einer der Gründe ist ein nobel klingender Name wie »Sag Nein zu Drogen - Sag Ja zum Leben«. Wer würde
hinter einem Verein, mit einem solch wohlklingenden Namen, und einem offensichtlich edlen Ziel einen
Lockvogel für Scientology vermuten? Nur konzipiert, um positive Aufmerksamkeit für ihren Gründer L. Ron
Hubbard zu verbreiten?

Ebenso einen modernen Webauftritt. Wer hätte nicht gerne eine drogenfreie Welt? Scientology benutzt die
Namen ihrer Frontgruppen um sich selbst als Vorkämpfer im Bereich Bildung, Alphabetisierung,
Menschenrechte, Drogenprävention und Drogenentzug einen Anstrich zu verleihen. Wer würde solch
unerlässliche und wichtige Aktivitäten bekämpfen?

Des Weiteren eine aggressive und kostspielige Google AdWords-Kampagne für Suchbegriffe, freie
Informationskits und eine einfache »Plug and Play-Produktlinie«.

Und zu guter Letzt erlauben diese nobel klingenden Frontgruppen Scientology-Anhängern es, eine wichtige
Tautologie - eine Aussage, die aus logischen Gründern immer wahr ist - hervorzubringen. Wann immer
Scientologys soziale Verbesserungsgruppen als Betrug entblößt werden, antworten Anhänger den Kritikern
reflexartig, dass nur unterdrückerische Personen es nicht wollen, dass sich Menschen verbessern. In der
konditionierten Denkweise eines Anhängers sind diese »Angreifer« unterdrückerische Personen, welche für
die Pharmaindustrie, Psychiatrie, etc. arbeiten. Die gleiche Angriffsschiene wird ebenso gegen »verbittere
Aussteiger« gefahren, welche Scientology in der Öffentlichkeit bloßstellen.

Das tatsächliche »Endphänomen« von Scientologys sozialen Verbesserungsprogrammen ist einerseits ein
Fundraising-Trick, um ihre Anhänger mit fiktiven Erfolgen zum Spenden zu bewegen, und andererseits
lediglich eine Reihe von Warenkörben, wo unglaublich überteuere Produkte - mit minimaler oder gar keiner
Wirksamkeit - gekauft werden können.
Diese Heftchen - welche in der Produktion weniger als 15 Cent kosten - werden in Bündeln aus 12 Stück für 18
Dollar verkauft. Scientology verkauft diese Heftchen in erster Linie ihren eigenen Anhängern - mit einer
unverschämten Gewinnmarge von rund 1.400%.

Scientology ist im Besitz von zwei großen Druckereien, womit es an sich keinen Grund gäbe, diese
Broschüren nicht kostenlos oder maximal um die bloßen Produktionskosten herzugeben, wenn doch die
Verteilung dieser Schrift so eminent wichtig für die Menschheit ist, wie Scientology immer und immer wieder
ihren Anhängern weißmacht.

In dieser Art hat Scientology die Attentate in Paris gleich versucht zu nützen, um damit kräftig Geld verdienen
zu können. In einer Aussendung der Way to Happiness Foundation wird darauf aufmerksam gemacht, wie
wichtig nun diese Broschüren vor Ort wären und dass 250.000 Stück in Paris verteilt werden sollen. Der Trick
dabei: die Büchlein sollen vorher von Scientology-Anhängern gekauft und dann anschließend im Sinne einer
»Spende« zur Verfügung gestellt werden, damit diese in Namen der Organisation verteilt werden können.

CCHR ist das gehässige Antipsychiatrie-Programm von Scientology und firmiert auf Deutsch unter anderen
Namen. In Deutschland unter »Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte, (KVPM)«.
In Österreich und der Schweiz wird unter »Bürgerkommission für Menschenrechte« gesegelt.

Die heilige Mission von CCHR ist es die Psychiatrie und Psychologie, deren Hilfe und Medikamente (eine
Notwendigkeit für Millionen von Menschen), in all ihren Formen auszulöschen. Scientology will eine
Monopolstellung für jegliche psychische Betreuungsarbeit. CCHR produziert und verkauft im Wesentlichen
DVDs, welche die angebliche Bedrohung der Psychiatrie und Pharmaindustrie aufdeckt.





















Außer die Psychiatrie zu attackieren unternimmt CCHR absolut gar nichts, psychisch kranken Menschen zu
helfen. Sie sind nur an ihren Horrorgeschichten interessiert, um sie für die eigenen PR-Interessen ausnutzen
zu können. L. Ron Hubbard sah in den Psychiatern die Wurzel alles Bösen und den Grund für den Untergang
der Gesellschaft. Er stellt es so dar, das sie die Nazis an die Macht brachten und den Holocaust ersonnen
haben, die Menschheit mit Elektroschocks traktieren und mit Psychopharmaka geistig unterdrücken.














An der Oberfläche spricht das Programm ein paar legitime Bedenken, wie z.B. die zunehmende
Verschreibung von Psychopharmaka für Kinder, an. Genau diese Art scheinbarer oberflächlicher Vernunft
macht CCHR so gefährlich darauf reinzufallen. Scientology - mit ihrer Frontgruppe CCHR - verbreitet
Fehlinformationen, Klischeevorstellungen und macht Jagd auf hilfsbedürftige Menschen. Einige Medikamente
stehen im besonderen Fokus der Organisation. In den ideologischen Kontext eingepasst, überrascht es nicht,
dass es sich dabei im Schwerpunkt um Psychopharmaka handelt. So werden die Medikamente Ritalin oder
auch Prozac pauschal als Psychodrogen deklariert.

Was jedoch CCHR der Öffentlichkeit verschweigt ist der Grund, warum sie so unerbittlich der Psychiatrie
gegenüberstehen. Scientology muss den Schriften von L. Ron Hubbard folgen, und dieser lässt in seinen
Schriften keine Gelegenheit aus, um gegen das psychiatrische Fach zu wettern. Sein Hass auf die Psychiatrie
ist durchaus vergleichbar mit dem Hass Hitlers auf die Juden; die Psychiater sind die Sündenböcke der
Scientology-Welt. Überall in der Welt, wenn Schreckliches passiert, haben die Scientologen die Hintermänner
erkannt und benennen sie, es hat immer etwas mit den bösen Psychiatern zu tun.

Erstens dürfte die Ablehnung seiner »Dianetik«, aufgrund nicht genügend klinische Beweise für die
Wirksamkeit der Techniken, durch das »Journal of the American Medical Association« und dem »American
Journal of Psychiatry« eine wesentlicher Faktor dafür gewesen sein, dass er sie zum Hauptfeind der
Menschheit erklärte, andererseits suchte Hubbard nach seinen Kriegsjahren bei der Veteranen-Administration
um eine Behandlung seitens einem Psychiater oder Psychoanalytiker an, der, nachdem nichts Ernstes
diagnostiziert wurde, nicht stattgegeben wurde. So entwickelte Hubbard mit den Jahren seine groteske
Verschwörungstheorie, in deren Mittelpunkt die Psychiatrie und Psychiater stehen und behauptete, dass
Psychiater seit ewiger Zeit schon die Wurzel alles Bösen sein und von einem fernen Planten stammte.

Mit der Wanderausstellung »Psychiatrie: Tod statt Hilfe« tourt Scientology durch diverse Städte.

Dieser Ort ist in der Art, als würde man ein Museum
mit dem Titel »Hunde: Ein Tier des Mordes« eröffnen,
und einzig Exponate und Beispiele von brutalen und
grausamen Hundeattacken zeigen, während
einfachheitshalber die Millionen von glücklichen und
wohlbehaltenen Hundebesitzer ausgelassen werden.

Viele grässliche Dinge wurden unter dem Namen der
Psychiatrie, der Wissenschaft oder der Medizin
getan, aber diese »Ausstellung« zeichnet die Tätigkeit der
Psychiatrie ausschließlich mit den verachtenswertesten
und brutalsten Menschenrechtsverletzungen. Es ist die
bewusste Engführung der Wirklichkeit.

Die Tabuisierung bis heute in vielen Bereichen von psychisch bedingten Krankheiten tut ein Übriges. Es
scheint leicht zu sein, sich mit dieser Thematik in der Öffentlichkeit als Verfechter von Lösungen zu
positionieren.

Applied Scholastis ist die Organisationseinheit, unter der die »Bildungsangebote« von Scientology laufen, und
über die auf L. Ron Hubbard basierende Unterrichtsmaterialien verkauft werden.
















Mit dieser »Lerntechnologie« versucht Scientology hauptsächlich im Nachhilfeunterricht Fuß zu fassen.  Die
Lerntechnologie von L. Ron Hubbard ist aus pädagogischer Sicht betrachtet zunächst einmal nicht gefährlich,
sondern ineffektiv und überflüssig. Darüber hinaus beinhaltet der Nachhilfeunterricht, der von überzeugten
Scientologen durchgeführt wird, aber auch eine Gefahr. Nicht die Lerntechnologie stellt die eigentliche
Gefahr dar, sondern der persönliche Kontakt. Der wird durchaus genutzt, um weitere scientologische
Methoden, Bücher und Kurse zu empfehlen und zu verkaufen. Zusätzlich zur obigen Einkaufsliste muss
jemand, der mit diesem Programm unterrichtet, Geld an ABLE bezahlen. Für Lizenzgebühren, Fortbildung und
viele weitere Bücher als in der Liste oberhalb zu sehen sind.
Criminon ist ein Rehabilitierungsprogramm, an dem Kriminelle auf freiwilliger Basis teilnehmen können. Bei
der Beschreibung der scientologischen Hilfsangebote im Criminon-Programm taucht dann wieder dieselbe
Palette vom Kommunikationskurs bis zur Verbesserung des Lernens auf.  Es erhält innerhalb von Scientology
sehr wenig Aufmerksamkeit.













Eine weitere Aktivität von Scientology sind sogenannte »Ehrenamtliche Geistliche«, die unter dem Motto
»Man kann immer etwas tun« unterwegs sind, um bei Naturkatastrophen, Massenmorden und anderen
Terroranschlägen das »geistige und spirituelle Wohlbefinden« von Opfern wieder herzustellen.

Scientologys scheinbare Version des Roten Kreuzes ist die zynischte unter allen Gruppen. Sofort nach jeder
Katastrophe wird begonnen Geld zu sammeln, um ihre ehrenamtlichen Geistlichen zum Schauplatz entsenden
zu können. Obgleich Scientology wohlhabend genug ist, wird kein eigenes Geld für Transport, Obdach oder
Essen der eigenen Anhänger ausgegeben. Scientology gibt allerdings Millionen für Rechtsanwälte und andere
eigennützige Zwecke aus. Darunter fallen kostspielige Werbeeinschaltungen während des Super Bowls, oder
ein Spot über »24 Millionen Hilfeleistungen in Zeiten der Not« der ehrenamtlichen Geistlichen. Letzterer
wurde 2016 von der britischen Werbeselbstregulierung (ASA) untersagt, da Zuschauer mit dieser nicht
belegbaren Behauptung getäuscht wurden.
Auf der Webseite von Scientology sind sogenannte »säkulare Programme« von Scientology aufgelistet. Mit
Hilfe dieser Frontgruppen versucht sich Scientology als humanitäre und sozial verantwortliche Organisation
darzustellen. Sie nutzt hierzu insbesondere Infostände und Kampagnen, die in die Gesellschaft hinein wirken
sollen.








Diese acht säkularen Programme sind:


1) Der Weg zum Glücklichsein
2) Applied Scholastics
3) Criminon
4) Narconon
5) Anti-Drogen
6) Menschenrechte
7) CCHR
8) Freedom Magazine


Das Erste, dass es hierbei zu wissen gilt ist, dass Scientologys säkulare Verbesserungsgruppen alle durch die
Association for Better Living and Education (ABLE) lizenziert sind. Über ABLE und ihre Verbindung zu den
sozialen Verbesserungsgruppen erklärt Scientology folgendes:




















Wo befindet sich nun ABLE in der Nahrungskette der Church of Scientology International (CSI)? Gemäß einem
Diagramm, das Scientology der US-Steuerbehörde (IRS) vorgelegt hat, ist ABLE einer von zehn Kernbereichen
der Church of Scientology International - markiert mit einem roten Stern.






















Der entscheidende Faktor ist, dass ABLE ein Kernbereich der Church of Scientology International ist und
dessen Zweck es mitunter ist, Scientologys säkulare Verbesserungsgruppen zu lizenzieren und zu
koordinieren. Kurzum, jedes dieser Programme ist zu 100% Scientology.

Der unterschwellige Zweck dieser Verbesserungsgruppen ist es, die »Technologie« von L. Ron Hubbard in die
Welt zu tragen. In der Praxis haben diese Gruppen fünf Hauptaufgaben:


> Sie dienen als zusätzliche Profitcenter, betraut mit dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen
von Scientology in nicht-religiöse Märkte.

> Um in hohem Maße unverantwortliche und extrem übertriebene Behauptungen über die Effizienz von
Scientologys Technologie abzufeuern.

> Um neue Mitglieder für Scientology anzuwerben.

> Um öffentliche Werbesports, Fototermine und wertvolle PR für Scientology zu generieren.

> Um bodenlos überteuerte Broschüren, DVDs und Kurse zu verkaufen.


Diese sozialen Verbesserungsgruppen sind gemeinnützige Lizenznehmer von ABLE, und ABLE ist lizenziert
von der Church of Scientology International. Auf diese Weise sind sämtliche Einnahmen dieser Gruppen
steuerfrei und ein Prozentsatz wird wöchentlich upline an die Church of Scientology International (CSI), das
Religious Technology Center (RTC) und an die Church of Spiritual Technology (CST) bezahlt.

Scientology ist in verschiedensten gesellschaftlichen Themenfeldern aktiv und instrumentalisiert zum Beispiel
das breit akzeptierte Engagement gegen den Drogenmissbrauch, um mit Bürgerinnen und Bürgern, aber auch
mit sozialen Einrichtungen und Organisationen ins Gespräch zu kommen. Immer mit dem Ziel, neue Anhänger
zu gewinnen und politisch, sozial, kulturell sowie wirtschaftliche Einfluss zu erlangen. Eine Hauptstrategie ist
es, nichtsahnende Lokalpolitiker oder die Polizei, mit den Materialen dieser Frontgruppen in Händen, in Szene
zu setzen, und um Hilfe für die Verbreitung zu bitten.

Viele Jahre lang war Narconon der große Moneymaker unter allen sozialen Verbesserungsgruppen - und das
trotz dutzender Klagen, Todesfällen und zunehmender öffentlicher Enthüllung zwischen der Verbindung von
Scientology und Narconon. Das rund sechsmonatig dauernde Programm kostet an die 30.000 Euro, der
Mitarbeiterstab besteht aus ehemaligen Absolventen und medizinisches Fachpersonal sucht man vor Ort
vergebens. Im deutschsprachigen Raum haben die wenigen ins Leben gerufenen Einrichtungen im Laufe der
Zeit alle geschlossen.














Narconon liefert keine Drogenentzugstherapie im herkömmlichen Sinne, sondern unterwirft Patienten
Übungen von Scientology - die gleichen Übungen, wie sie jedes Scientology-Mitglied durchmacht. Das
Programm ist eine Sequenz aus drei Stufen. 1) Das »Reinigungsprogramm« von Scientology 2) die
Kommunikationsübungen von Scientology, genannt »Trainingsroutinen« und 3) einfaches Auditing, genannt
»Objektive Prozesse«.

Das Reinigungsprogramm, das mehrere Wochen andauern kann, erfordert von Teilnehmern zuerst
körperliche Bewegung (in Regel Laufen), verbunden mit stundenlangen Saunagängen und der Einnahme von
Vitaminen in immer höherer Dosierung. Für einige Menschen kann das sehr gefährlich sein, da das in hohen
Dosen verabreichte Niacin (bis zu 5.000 IU täglich) die Leber nachhaltig schädigen kann. Ein wissenschaftlicher
oder medizinischer Nutzen des Reinigungsprogramms ist noch nie - außer von Scientology-Anhängern -
festgestellt worden. Dass sich, wie von L. Ron Hubbard behauptet, Rückstände von Drogen und anderen
Schadstoffe im Fettgewebe des Körpers ablagern und ausgeschwitzt werden können, wurde von der
Wissenschaft als absolut falsch bewiesen.

Trainingsroutinen sind Kommunikationsübungen, wie z.B. einem Gegenüber, ohne zu sprechen oder sich zu
bewegen, starr in die Augen zu blicken oder einen Aschenbecher lautstark Befehle zu erteilen. Bei den
Objektiven Prozessen geht es darum, dass Patienten mit verschiedenen Anweisungen, in stundenlangen
Wiederholungen wie »Gehe zu dieser Wand!« und »Berühre diese Wand!«, bewusster mit ihrer Umgebung
interagieren.

Die Foundation for a Drug-Free World firmiert im deutschsprachigen Raum unter der Bezeichnung »Sag Nein
zu Drogen - Sag Ja zum Leben« und verfolgt das Ziel, Lehrer, Erzieher, Pädagogen, Polizeibeamten, 
Jugendlichen und Erwachsenen Fakten (Broschüren/DVDs) über Drogen zur Verfügung zu stellen. Die Absicht
des Vereins ist es, in öffentliche Schulen zu kommen und Präsentationen abzuhalten (> siehe »Miese Tour von
Scientology«). Mitunter finden sich auch viele falsche Thesen darin, dass sich zum Beispiel Rückstände von
Drogen und anderen Schadstoffe im Fettgewebe des Körpers ablagern würden.

Gerne wird in diesen Anti-Drogen-Vorträgen die »Emotionelle Tonskala« mit eingebunden - eine zentrale
Theorie von Scientology. Damit wird bezweckt, dass Publikum verdeckt an Scientology heranzuführen. Durch
Erlangen der Gunst und Zustimmung, sollen die Türen langsam zur Integration von anderen Methoden
Hubbards geöffnet werden, bis jemand Scientology - mehr als die Person realisiert oder eigentlich zugeben
möchte - in seinem Leben verwendet. Nebenbei wird womöglich ein kleiner Prozentsatz die Hand »nach mehr
ausstrecken«, und an diesem Punkt werden Bücher wie »Reiner Körper - Klares Denken«, oder
Lebensverbesserungskurse von L. Ron Hubbard empfohlen; es wird niemals enden. 














Die Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen e. V. hält Folgendes über diese Broschüren fest: »Auf
kindlichem und naivem Niveau werden in der Publikation Theorien über Ursachen und Wirkungen von Drogen
verbreitet. Nichts, was dort steht, ist wissenschaftlich haltbar oder hat etwas mit der Suchthilfe zu tun.«

















Dazu muss man wissen, dass der Begriff »Drogen« im scientologischen Sprachgebrauch von der US-
amerikanischen Definition »drugs« abgeleitet wird, also im weiteren Sinne Arzneiwaren. In der
Außendarstellung wird auf das Verständnis von Drogen in der nichtscientologischen Welt abgezielt. Wenn die
zu verteilenden Werbebroschüren sich zu Heroin, Kokain, LSD, aber auch Alkohol äußern, ist es leichter,
Menschen anzusprechen und zu gewinnen. Scientology intern beginnen Drogen allerdings schon bei
Kopfschmerztabletten.

Lässt sich jemand von den Werbebotschaften beeindrucken, wahrscheinlich mit den besten Absichten, wird er
schnell lernen, dass er nicht einfach einer Gruppe beigetreten ist, die sich um Drogenmissbrauch kümmert.
Der Weg führt in die Organisation und dort in das Kurssystem, in dem dann vermittelt wird, was unter dem
Stichwort verstanden wird, eine Welt ohne Drogen zu schaffen.

Erst einmal Eingang in Erziehungsinstitutionen gefunden, kann auf gefährdete Jugendliche und beunruhigte
Eltern sehr leicht mit der Botschaft von Narconon und ihrer erstaunlichen Erfolgsrate abgezielt werden.
Solche Vorträge geben die falsche Idee, dass es L. Ron Hubbard und seine Organisation gut meinen und
harmlos wären.

Sobald die Webseiten der jeweiligen Programme durchgesehen werden, wird leicht ihr einziger Zweck
erkennbar: Das Verkaufen von Broschüren und DVDs - und das mit einer gigantischen Gewinnmarge.

Jugend für Menschenrechte wurde 2001 ins Leben gerufen und 2008 in dem Mutterkonzern United for
Human Rights (UHR) zusammengefasst. Zielsetzung beider Einrichtungen - und ihrer dutzenden Ableger - ist
es, die Jugend auf der ganzen Welt über Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufzuklären.

Angenommen bei einem Event von Jugend für Menschenrechte werden 2.000 Heftchen und 200 DVDs
verteilt. Wie viel müsste eine ansässige Gruppe dafür bezahlen? Der Warenkorb informiert über die Kosten:




















Der Weg zum Glücklichsein hat eine sehr ähnliche Preisstruktur. Es muss dabei immer im Gedächtnis behalten
werden, dass Scientology ein provisionsbasierter Vertriebsapparat ist. Somit streichen bei jedem Verkauf
eines Heftchen oder einer DVD etliche Personen ihren Gewinnanteil ein.

Das Büchlein enthält von L. Ron Hubbard 21 zusammengestellte Moralregeln. Unverfängliche
Binsenweisheiten, die einfach auf gesunden Menschenverstand beruhen. Zum Beispiel: »Geben Sie Kindern
Liebe und Hilfe«, »Ehren Sie Ihre Eltern, und helfen Sie ihnen«, »Tun sie nichts Illegales«, »Seien Sie bestrebt,
sich im Leben an die Wahrheit zu halten« oder »Versuchen Sie, anderen nicht etwas anzutun, was Sie nicht
selbst erfahren möchten«.

An diesem Kodex ist an der Oberfläche nichts auszusetzen - außer man betrachtet den Verfasser L. Ron
Hubbard etwas genauer. So haben die von L. Ron Hubbard verfassten Anweisungen über das Abbrechen der
Verbindung (»disconnection«) unzählige Familien zerstört, Mann von Frau und Eltern von Kindern getrennt.
L. Ron Hubbard war unbestritten der Drahtzieher hinter der »Operation Snow White«, wo Angehörige von
Scientology Regierungsbüros infiltrierten, Abhörmaßnahmen durchführten und Dokumente stahlen. Auch mit
der Wahrheit hielt es L. Ron Hubbard nicht so genau, erkaufte er sich doch von der »Sequoia University«
einen akademischen Titel. Nicht zuletzt ist Scientology dafür bekannt, Aussteiger und Kritiker nachzustellen
und Schmutzkübelkampagnen gegen sie auszuführen. 

Wie viel Vertrauen soll dieser kleinen Schrift von L. Ron Hubbard und seiner Organisation entgegengebracht
werden, wie viel ehrliches Motiv kann dahinterstecken, wenn der Verfasser diesen Leitfaden selbst nicht
befolgt hat und seine Organisation gegen den eigenen Moralkodex ständig zuwiderhandelt? 
Die Frontgruppen von Scientology
Was steckt tatsächlich hinter diesen »sozialen Verbesserungsgruppen«?