Exklusivität und Isolation


Ø Manipulation, Täuschung, Abhängigkeit und Isolation 
Ø alle anderen Kirchen sind tot und unspirituell
Ø  fordern eine Eins-zu-eins-Beziehung der Jünger
Ø Neuling kehrt allen Freunden den Rücken
Ø Neuling verbringt mehr und mehr Zeit mit dem Guru oder der Gruppe
Ø Zusammenkünfte sind geheim
Ø Anhänger zieht in das Hauptquartier der Gruppe
Ø Sektenmitglied weigert sich, auf Briefe oder Anrufe zu antworten
Ø die Familie weiß nicht, wo der Angehörige ist



Missbrauch von Macht


Ø seelische Erpressung
Ø Androhung von Prophezeiungen
Ø Gibt der Gruppe große Summen von Geld
Ø Gruppe streckt ihre Hände nach dem Ersparten und Familienbesitz aus
Ø  Guru fordert Sex mit einem Mitglied



Erschaffung einer Sektenidentität


Ø ich erkenne meinen fröhlichen, herzlichen, liebevollen Sohn nicht wieder (es ist
das soziale Umfeld der Sekte, das diese Pseudopersönlichkeit erzeugt und
aufrechterhält).

Ø Guru versucht das Verhalten, die Gedanken und Gefühle des Mitglieds zu
kontrollieren

Ø Sektenmitglied wird zum Schauspieler, der seine Rolle für die Realität hält


Sekten manipulieren das, was einen Menschen ausmacht, darunter Glauben, Werte
und Beziehungen. Die Sekte lenkt die Elemente der Psyche so ab, dass eine andere
Persönlichkeit entsteht. Eine universale Sorge bei Familie und Freunden eines
Sektenangehörigen ist sein radikaler Persönlichkeitswandel. Ihm ist beigebracht
worden, sein altes Selbst zu unterdrücken; er hat eine neue, künstliche
Sektenidentität. Der Übergang schließt oft eine Änderung von Namen, Kleidung,
Haartracht, Sprache, Manieren, Familie, Freunden, Gedanken und Gefühlen ein, sowie
eine neue Beziehung zu Gott. Wenn man mit jemanden, der in einer Sekte lebt,
zusammen ist, ist es schwierig, auf rationaler Ebene zu sprechen.

Diese zweifache Identität festzustellen kann für die Angehörigen von
Sektenmitgliedern anfangs sehr verwirrend sein, insbesondere in den ersten Wochen
der Mitgliedschaft, wenn die neue Identität noch nicht besonders dominant ist. Im
einen Moment spricht der Betreffende im Sektenjargon mit feindseliger oder elitärer
Rechthaberattitüde. Im nächsten Moment scheint er plötzlich, ohne Vorwarnung,
wieder er selbst zu werden, mit seinen alten Einstellungen und Verhaltensweisen.
Ebenso unvermittelt schnappt er wieder zurück und wird zum Fremden.

Wenn der Sektenklon spricht, dann hört er sich roboterartig oder wie eine Aufnahme
eines Sektenvortrags an. Er spricht unangemessen eindringlich und laut. Seine
Haltung ist meist starrer als sonst, die Gesichtsmuskeln ziemlich angespannt. Seine
Augen erscheinen dem Beobachter meist glasig und kalt, und man hat oft den
Eindruck, als würde er durch die Leute hindurchstarren.

Wenn hingegen das authentische Ich spricht, dann tut es dies mit einem breiteren
emotionalen Spektrum. Der Betreffende wird ausdrucksvoller und ist eher bereit,
seine Gefühle mitzuteilen. Er wird spontaner und zeigt vielleicht sogar Humor. Der
Blickkontakt ist natürlicher. Diese schlichte Beschreibung einer gespaltenen
Persönlichkeit mag etwas simpel erscheinen, doch sie trifft erstaunlich gut zu.

So sehr die Indoktrination durch die Sekte auch darauf abzielt, die alte Identität zu
zerstören und zu unterdrücken und die neue zu festigen, vollkommen schafft sie es
selten. 


Leben in der Sekte: Illusion und Missbrauch

In den ersten Wochen oder Monaten nach dem Beitritt durchlebt der Neubekehrte
meist eine euphorische Phase. Er wird behandelt wie ein König. Man sorgt dafür, dass
er sich als etwas ganz Besonderes fühlt, wenn er sein neues Leben mit der Gruppe
beginnt. Er muss erst noch erfahren, wie das Leben in der Gruppe wirklich aussieht,
den Kultalltag kennenlernen.

Die meisten Sektenmitglieder erzählen zwar, sie seien glücklicher als je zuvor im
Leben, doch leider sieht die Realität ganz anders aus. Das Leben in einer totalitären
Sekte ist in erster Linie ein Leben des Opfers und des Schmerzes. Leute, die sich
vollzeitlich einer totalitären Sekte widmen, wissen, was es bedeutet, unter
totalitärer Herrschaft zu leben, können aber nicht objektiv erkennen, was da mit
ihnen geschieht. Sie leben in einer von der Gruppe geschaffenen Phantasiewelt.

Die Mitglieder einiger Sekten verbringen oftmals ihre gesamte Zeit mit
Mitgliederwerbung, Geldsammeln oder PR-Projekten. Sobald die Leute richtig
angebissen haben, übereignen sie der Gruppe einen Großteil ihres Vermögens,
manchmal alles, was sie besitzen. Dafür verspricht man ihnen Fürsorge und Sinn für
den Rest ihres Lebens.

Sekten erzeugen dieses Gefühl der Ohnmacht, indem sie Personen aus ihren sozialen
Netz herauslösen und ihnen die Möglichkeit nehmen, unabhängig zu handeln. Sie
werden von früheren Freunden und Verwandten isoliert. Ein Gefühl der Ohnmacht
wird auch dadurch erzeugt, dass Menschen ihr Beruf, ihr Einkommen und/oder
Vermögen genommen wird. Um einen Zustand der völligen Abhängigkeit
herzustellen, bringen viele Sekten ihre Mitglieder dazu, ihre Ausbildung
abzubrechen, aus ihrem Beruf auszusteigen, ihre Karriere an den Nagel zu hängen
und ihr Vermögen, ihre Erbschaft und sonstige Ressourcen der Organisation zu
übereignen.

Durch diese Transaktion sind die Betroffenen fortan in allem auf die Gruppe
angewiesen: Essen, Kleidung, Unterkunft, ärztliche Versorgung. In vielen Gruppen ist
die Fürsorge für Vollzeitmitglieder alles andere als ausreichend. Häufig mangelt es
an medizinischer Versorgung. Den Leuten wird suggeriert, dass ihre gesundheitlichen
Probleme durch eine persönliche oder seelische Schwäche verursacht seien. Würden
sie also nur bereuen und härter arbeiten, dann würde das Problem verschwinden.

Manche Sekten propagieren Glaubensheilung als die einzig wahre Behandlung für
gesundheitliche Probleme. Leid oder gar Tod kann die Folge sein. Man erzählt den
Leuten, ihre Krankheit habe eine spirituelle Ursache und vermittelt ihnen
Schuldgefühle dafür, dass sie sich nicht vollkommen der Gruppe widmen. Manche
Gruppen sagen ihren Mitgliedern, dass die Konsultation eine Arztes ihre
Treulosigkeit beweisen würde, und drohen sogar mit Ausschluss, falls sie das tun.

In direktem Zusammenhang mit der Gesundheitsvernachlässigung steht das Problem
der Kindesmisshandlung. Für viele Kinder bedeutet die Mitgliedschaft ihrer Eltern in
einer totalitären Sekte lebenslange Schädigungen, manche starben gar. Die Kinder
werden häufig gemeinschaftlich aufgezogen und dürfen ihre Eltern nur selten sehen.
Man bringt ihnen bei, sich nur dem Sektenführer oder der Gruppe als Ganzem
verbunden zu fühlen, nicht den leiblichen Eltern. Ihre Zeit zum Spielen wird begrenzt
oder ihnen sogar ganz versagt. Die Kinder erhalten typischerweise eine schlechte,
manchmal auch gar keine Ausbildung.

Wie ihren Eltern, so wird auch ihnen beigebracht, dass die Welt ein feindseliger und
böser Ort ist, und sie werden von der Sektenlehre abhängig gemacht, um die Realität
zu begreifen.

Zu den Leidtragenden der in Sekten betriebenen Bewusstseinskontrolle zählen nicht
nur die Millionen Sektenmitglieder selbst, ihre Kinder, Freunde und Verwandten,
sondern auch unsere Gesellschaft. Sie wird ihrer wertvollsten Ressourcen beraubt:
intelligenter, idealistischer, ehrgeiziger Menschen, die einen großen Beitrag für die
Menschheit leisten könnten.
Gewöhnliche Eigenschaften von Sekten