Bring deine Statistik nach oben!

Jeder, der sich näher mit Scientology beschäftigt, dem ist die Fixierung auf ihre Statistiken
bekannt. Für Mitarbeiter ist jeder Donnerstag 14 Uhr mit Stress verbunden. Der Tag und die
Zeit, wo die Wochenstatistik abgegeben werden muss.

In Scientology ist Statistik alles und ist infolgedessen eng mit Ethik verknüpft. Statistik ist die
primäre Messgröße, ob eine Handlung oder eine Person ethisch ist. Eine Handlung wird als
ethisch betrachtet, wenn sie Scientology in Form von gesteigertem Reichtum, Besitz, Einfluss
oder guter PR verhilft.

Hubbard macht deutlich, dass das Endprodukt seines Ethiksystems eine gesteigerte Statistik ist.
Wie man zu dieser hochgeschraubten Statistik kommt ist ohne Belang. Ein kleiner Auszug:

Ethik-Handlungen müssen dem Zweck von Scientology und ihren Organisationen entsprechen
... Es ist die Zielsetzung der Organisation, etwas in Gang zu bringen und es am Laufen zu halten.
Das bedeutet Produktion. 

Unsere Beschäftigung ist nicht, gute Jungs und Mädchen zu sein. Wir beschäftigen uns damit,
frei zu werden und die Produktion der Organisation voll in Schwung zu bringen.  Es gibt also
nichts, das für Ethik von irgendwelchem Interesse wäre, außer (a) Technologie
hineinzubekommen, sie zum Laufen zu bringen und sie richtig zum Laufen zu bringen und (b) die
Produktion hinaufaufzubringen und die Organisation weiter voll in Schwung zu halten.

Wenn deshalb ein Mitarbeiter seine Produktion hinaufbringt, indem seine eigene Statistik
hervorragend ist, ist Ethik mit Sicherheit nicht interessiert. Aber wenn ein Mitarbeiter nicht
produziert, was sich durch seine schlechte Statistik für seinen Posten zeigt, ist Ethik von seinem
geringsten Vergehen fasziniert.

Kurz gesagt, ein Mitarbeiter kann sich alles erlauben solange seine Statistik oben ist, und wenn
sie unten ist, kann er nicht einmal niesen, ohne einen Hieb zu erhalten.

Wenn Leute anfangen, über einen Mitarbeiter mit einer hohen Statistik zu berichten, dann
untersuchen Sie die Person, die den Bericht eingereicht hat.

Wenn also die Statistik der Person hoch ist, kann sie nichts Falsches machen. Ist sie im Keller,
wird sie belästigt und bestraft. Jede Handlung wird einzig damit beurteilt, ob sie die Statistik
nach oben bringt oder eben nicht.

Es erschafft eine Ellbogenmentalität.

BEOBACHTUNG DER ANHÄNGER

Dieses System betrifft nicht nur Mitarbeiter. Auch Anhänger an der Basis (publics) werden Beute
dieses Systems.

Wird ein Kurs belegt, dann werden Anhänger sorgfältig überwacht wie viele "Studierpunkte" sie
ansammeln. Fällt diese Statistik, wird Druck ausgeübt oder sie werden zum Ethik-Officer
geschickt.

Einfache Anhänger werden mit vielen Dingen bedrängt. Zum Beispiel wie viele Stunden sie
freiwillig für Projekte aufgebracht haben. Wie viel Geld sie gespendet haben. Wie viele Personen
sie angeworben haben. OT-Kommitees (Gruppe von bekannten Anhängern im Feld) werden
überwacht, wie viele Menschen sie zu ihrer lokalen Organisation befördern. Wie viel Geld sie für
ihre lokale Organisation generieren. Und so weiter ...

Kein Scientology-Anhänger will als "downstat" angesehen werden- eine Person mit schlechter
Statistik. Weil "downstat" zu sein entspricht unethisch zu sein. Oder "Out-Ethik" im
Sprachgebrauch von Scientology.

Deshalb hängt richtig und falsch von dem ab, was der Statistik von Scientology direkt
zugutekommt.